Saar-Uni stößt an Belastungsgrenze

Saarbrücken. Schon der morgendliche Weg an die Universität gerät zum Kampf. Dicht an dicht drängen sich die verschlafenen Gesichter und von Haltestelle zu Haltestelle wird das Gedränge größer. Wenn überhaupt noch Platz im Bus ist. Immer wieder wird von Fahrern berichtet, die wegen Überfüllung Haltestellen gar nicht erst anfahren können

Saarbrücken. Schon der morgendliche Weg an die Universität gerät zum Kampf. Dicht an dicht drängen sich die verschlafenen Gesichter und von Haltestelle zu Haltestelle wird das Gedränge größer. Wenn überhaupt noch Platz im Bus ist. Immer wieder wird von Fahrern berichtet, die wegen Überfüllung Haltestellen gar nicht erst anfahren können. Seit in diesem Semester 18 700 Studenten an der Universität des Saarlandes studieren und damit für einen neuen Höchststand seit der Jahrtausendwende sorgen, ist die Fahrt an die Uni noch ein wenig anstrengender geworden. Den Betroffenen hilft nur Geduld, sagt der Asta-Vorsitzende Marc Strauch: "In ein paar Wochen, wenn nicht mehr Jeder zu jeder Vorlesung geht, wird sich das auch wieder entspannen."Hinzu kommt, dass die neue Rekord-Zahl auch andere Höchstwerte nach sich zieht. So stehen im Moment 800 wohnungssuchende Studenten auf der Warteliste des Studentenwerks. "Das ist schon ein deutlicher Anstieg. Früher waren es vielleicht 300", sagt Geschäftsführerin Anne-Marie Oswald. Chancen auf einen Platz in einem der Wohnheime hat keiner der Wartenden, nicht erst seit der Schließung von Wohnheim D sind die Plätze früh ausgebucht.

Noch sei aber Wohnraum in der Stadt verfügbar, erklärt Oswald: "Wohnraum zu sozialverträglichen Mieten zu bekommen, ist tatsächlich schwer, aber auf dem normalen Markt gibt es noch Angebote für Wohngemeinschaften." Der Asta fordert dennoch die Wiedereröffnung von Wohnheim D. "Gerade mit der Vergrößerung der HTW ist neuer Wohnraum nötig", sagt Strauch, erklärt aber auch: "Im Moment bekommen wir aber alle Wohnungssuchenden unter."

Ähnlich wie an den Bushaltestellen sieht es in der Mensa aus. Lange Schlangen vor den Ausgaben, und selbst wer sein Essen bekommen hat, hat noch lange keinen Platz. "Das Problem ist nicht das Personal, sondern der Raum. Die Mensa bietet eben nur 1000 Plätze und daran lässt sich nichts ändern", sagt Oswald. Auch hier heißt es warten auf die kommenden Wochen, sagt Strauch: "Das entspannt sich erfahrungsgemäß noch."

Auswirkungen auf die Lehre sind hingegen nur bedingt spürbar. Die Hörsäle sind voll, aber selten überfüllt. "Wir sind ausgelastet. Viel mehr Studenten sollten wir nicht unbedingt aufnehmen, damit es keinen Qualitätsverlust gibt", sagt Pressesprecher Thorsten Mohr. Und so ist das Gedränge in den Massenstudiengängen wie Jura mit insgesamt 1664 Studierenden und BWL mit 783 Studierenden groß, aber noch zu bewältigen. Engpässe bleiben trotzdem nicht aus, wie Christian Philip (26), selbst BWL-Student, berichtet: "Es ist schon sehr voll. Manche müssen mitunter stehen."

Dabei ist die Situation laut Asta im Vergleich zu anderen Universitäten noch erträglich: "Bei BWL wird es zwar enger, aber es ist nicht so, dass wir wie beispielsweise in Freiburg Kinos anmieten müssen." Professor Alois Knobloch vom Lehrstuhl für Betriebswirschaftslehre, Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, dessen Vorlesung "Buchführung und Unternehmensrechnung" ungefähr 350 Studenten besuchen, hält den Andrang ebenfalls für erträglich: "Es ist natürlich voll, aber immer noch bewältigbar. Spannend wird es allerdings, wenn der Hauptandrang kommt, in den Sprechstunden bevor die Klausuren beginnen. Da müssen wir schauen." Schließlich waren es vor vielen Jahren sogar gut 22 000 Studenten, erinnert sich Oswald: "Und das ging auch." "Viel mehr Studenten sollten wir nicht aufnehmen."

Thorsten Mohr, Pressesprecher

der Saar-Uni