Saar-Uni erhält EU-Gelder für Weiterentwicklung von Magnetfeldsensor

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung : Saar-Physiker erhalten EU-Gelder für Einbruchsensor

Saarbrücker Forscher haben ein Kabel entwickelt, das schon kleinste Veränderungen des Erdmagnetfelds wahrnehmen kann.

Physik-Professor Uwe Hartmann von der Saar-Uni und sein Team erhalten in den nächsten zwei Jahren 350 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), erklärt die Uni. Die Forscher haben ein Kabel mit Magnetfeldsensoren entwickelt, das große Industriegelände, wie Lagerhallen, einbruchsicher machen soll. Mithilfe der EU-Förderung soll es weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Flughäfen, Militärstützpunkte oder große Lagerhallen gegen Einbrecher abzusichern, ist eine große Herausforderung. Eine lückenlose Überwachung erfordere bislang viel Technik, große Anlagen und einen Wachdienst. „Wir haben in den vergangenen Jahren in Saarbrücken eine Reihe von Sensoren entwickelt, die diese Überwachung sehr viel intelligenter und kostengünstiger übernehmen könnten“, sagt Hartmann. Mit seinem Team am Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie der Saar-Uni hat er ein dünnes Kabel entwickelt, das in einigen Metern Umkreis alles registrieren kann, was das Erdmagnetfeld verändert. Laut Uni kann es an Zäunen angebracht werden und unterscheiden, ob nur der Wind am Zaun rüttelt, oder ob ein Bolzenschneider daran angelegt wurde. Auch unterschiedliche Fahrzeugtypen könne es erkennen und sogar Drohnen bemerken, die das Kabel in einigen Metern Höhe überfliegen.

Das Kabel soll nun für den industriellen Einsatz entscheidend verbessert werden, etwa indem die Bauweise auf mehrere Kilometer Länge ausgelegt wird. Zudem sind laut Uni auch drahtlose, autonom arbeitende Varianten in der Entwicklung. Ein selbstlernendes Sensorsystem solle künftig immer feiner zwischen kritischen Ereignissen wie einem Einbruch und alltäglichen Erschütterungen durch Regen oder Hagel unterscheiden können.

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