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Nur jeder 14. studiert in Teilzeit

CHE-Untersuchung : Weniger Teilzeitstudierende in Deutschland

Nur jeder 14. studiert

Kinderbetreuung, Arbeit oder Angehörigenpflege: Es gibt viele Gründe für ein Studium in Teilzeit. Während der Anteil an Studiengängen, die in Teilzeit studiert werden können, um 0,4 Prozent auf bundesweit 13,9 Prozent gestiegen ist, ist die Nachfrage zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 leicht gesunken. 7,1 Prozent der Eingeschriebenen in Deutschland (im Vorjahr 7,2 Prozent) studieren derzeit in Teilzeit. Das hat das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in der Untersuchung „Check Teilzeitstudium in Deutschland 2019“ festgestellt.

Das Angebot an Fächern, die nicht nur in Vollzeit studiert werden können, ist im Saarland bundesweit mit 65,7 Prozent am größten. Gefolgt von Hamburg, wo 52,2 Prozent der Studiengänge sich auch dann eignen, wenn im Semester weniger Zeit investiert werden kann. In Bremen liegt der Anteil an Studiengängen in Teilzeit dagegen nur bei 1,7 Prozent. Zusammen mit Rheinland-Pfalz, das 3,2 Prozent der Studiengänge in Teilzeit anbietet, bildet die Hansestadt das Schlusslicht unter den Bundesländern.

Das Teilzeit-Studienangebot ist an Universitäten mit 15,8 Prozent etwas größer als an Fachhochschulen mit 13 Prozent. Im Masterbereich (16,7 Prozent) haben Menschen, die etwa parallel zum Beruf ein Studium absolvieren möchten, eine größere Auswahl als beim Bachelor (12,8 Prozent).

Auch in den Fächergruppen gibt es große Unterschiede: So gibt es in den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften in 20 Prozent der Studiengänge eine Teilzeit-Option. In den Fächergruppen Kunst, Musik und Design dagegen ist der Anteil mit 5,9 Prozent am geringsten.

Nachgefragt ist das große Angebot im Saarland wenig: Im Ländervergleich belegt das Saarland den letzten Platz beim Anteil an Teilzeitstudierenden mit nur 0,5 Prozent. In Hamburg dagegen studiert ein Fünftel aller Eingeschriebenen in Teilzeit.

Die Zahl derjenigen, die Vollzeit eingeschrieben sind, aber tatsächlich weniger intensiv studieren, liege vermutlich weit höher, erklärt das CHE. Das belege auch die hohe Zahl (60 Prozent) derer, die ihr Studium nicht in Regelstudienzeit abschließen. Cort-Denis Hachmeister, Experte für Hochschulzulassungen am CHE, sieht in den Rahmenbedingungen einen Grund für das scheinbar geringe Interesse am Teilzeitstudium. Neben unterschiedlichen Regelungen sei eine große Hürde, dass beim Studieren in Teilzeit eine Bafög-Förderung ausgeschlossen ist. Zudem sei das immer noch geringe Angebot entsprechender Studiengänge eine mögliche Ursache.

www.che.de/2019/quote-der-
teilzeitstudierenden-geht-­erstmals-leicht-zurueck