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Neuer HTW-Rektor mit großen Plänen

Neuer HTW-Rektor mit großen Plänen

Saarbrücken. Nach einigen Hindernissen auf dem Weg zur Wahl ist die Entscheidung gefallen: Der neue Rektor der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft heißt Professor Wolrad Rommel. Der 56-Jährige setzte sich bei der Senatssitzung vergangene Woche im zweiten Wahlgang mit zehn von 18 Stimmen gegen seine beiden Konkurrenten durch (wir haben berichtet)

Saarbrücken. Nach einigen Hindernissen auf dem Weg zur Wahl ist die Entscheidung gefallen: Der neue Rektor der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft heißt Professor Wolrad Rommel. Der 56-Jährige setzte sich bei der Senatssitzung vergangene Woche im zweiten Wahlgang mit zehn von 18 Stimmen gegen seine beiden Konkurrenten durch (wir haben berichtet). Ursprünglich hatte die Wahl bereits vor gut vier Wochen stattfinden sollen. Sie wurde jedoch verschoben, da eine Studenteninitiative die Namen der Kandidaten vorzeitig veröffentlicht hatte und der Senat befürchtete, die Wahl könne angefochten werden."Ich freue mich, dass der Senat für mich gestimmt hat", sagt Rommel, der sein neues Amt nach der Ernennung durch die Landesregierung übernehmen kann. Antreten wird es der promovierte Rechtswissenschaftler voraussichtlich erst im Januar 2013, denn so lange läuft die Amtszeit seines Vorgängers Wolfgang Cornetz noch. Bis dahin gilt es für den gebürtigen Hessen, der derzeit das FTW Forschungszentrum Telekommunikation in Wien leitet, sich in seine neuen Aufgaben und die Herausforderungen, vor denen die HTW steht, einzuarbeiten: "2013 stehen wichtige Entscheidungen an, die Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land laufen aus und man muss sehen, wie man mit knappen Mitteln eine Hochschule möglichst erfolgreich führen kann", sagt der Jurist, der sich mit seiner Frau auf den Umzug ins Saarland freut. Angesichts der anhaltenden Spardebatte um die saarländische Hochschullandschaft sei er sich seiner Verantwortung bewusst, sagt er. Er sehe die Hochschule als zentralen Mitspieler für die weitere Entwicklung des Bundeslandes.

Für die Weiterentwicklung der HTW ist es Rommel wichtig, die Hochschule regional stärker sichtbar zu machen. "Die Hochschule soll wachsen", sagt er. Denn im Verhältnis zu anderen Bundesländern sei der Anteil der FH-Studenten an der Gesamtzahl der Studenten im Saarland klein. Im Saarland müsse die Studienquote erhöht werden, findet Rommel. Im Dialog mit der Wirtschaft und Politik solle einerseits sichtbar gemacht werden, was die HTW bereits unternimmt und andererseits müsse sie dem Ausbildungsbedarf in der Region entsprechen. Vor allem die Ingenieurwissenschaften spielten im Saarland eine besondere Rolle. Der Jurist will Studiengänge ausbauen und Weiterbildungsangebote stärken.

Eine seiner zentralen Aufgaben als neuer Rektor sieht Rommel darin, die wissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung zu verbinden. "Die angewandte Forschung soll im Fokus der Hochschule stehen", sagt er. Man müsse außerdem die Kooperation mit der Saar-Universität weiter ausbauen. Rommel will die HTW außerdem internationaler machen. Dazu soll nicht nur der bereits gut laufende Austausch mit Frankreich, sondern auch mit englischsprachigen Ländern erweitert werden.

 Wolrad Rommel wird neuer Rektor an der HTW. Foto: Np
Wolrad Rommel wird neuer Rektor an der HTW. Foto: Np

Die Studenteninitiative, die beim ursprünglichen Wahltermin vor vier Wochen gegen das Prozedere bei der Rektorwahl demonstrierte, zeigte sich von dem Wahlergebnis überrascht, freut sich aber über die neue Hochschulleitung. "Wir hoffen, dass Herr Rommel frischen Wind in die HTW und die Hochschule auf einen guten Weg bringt", sagt Dominik Maul. Der studentische Senator bemängelt nach wie vor, dass es nicht möglich war, die Rektorkandidaten vor der Wahl kennenzulernen. Mit einigen Kommilitonen überreichte er der Staatskanzlei ein von rund 400 Studenten unterzeichnetes Manifest für Demokratie und Transparenz, in dem unter anderem der Wahlvorgang der HTW-Leitung unter Ausschluss der Hochschulöffentlichkeit kritisiert wird. Damit wollen die Studenten Impulse für eine Überarbeitung des Hochschulgesetzes setzen, berichtet Maul.