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Mit Erasmus durch Europa

Mit Erasmus durch Europa

Saarbrücken. Einfach mal rauskommen, eine längere Zeit im Ausland verbringen, Menschen aus verschiedenen Ländern treffen, etwas erleben - für die meisten Studenten eine große Verlockung. Viele entscheiden sich dafür, im Laufe ihres Studiums für ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen, meist mit dem Erasmus-Programm der Europäischen Union

Saarbrücken. Einfach mal rauskommen, eine längere Zeit im Ausland verbringen, Menschen aus verschiedenen Ländern treffen, etwas erleben - für die meisten Studenten eine große Verlockung. Viele entscheiden sich dafür, im Laufe ihres Studiums für ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen, meist mit dem Erasmus-Programm der Europäischen Union. Seit 25 Jahren gibt es die Förderung für Studenten, die es an eine ausländische Uni zieht. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der in Deutschland die Aufgaben für Erasmus wahrnimmt, feiert das Jubiläum mit einer Rekordzahl für das vergangene Hochschuljahr 2010/2011: Erstmals haben mehr als 25 000 deutsche Studenten mit dem Programm einen Teil ihres Studiums in 30 anderen europäischen Ländern bewältigt.Und natürlich kamen auch viele ausländische Studierende nach Deutschland. Im vergangenen Hochschuljahr landeten 277 Studenten im Saarland, 218 davon an die Saar-Uni. Einer von ihnen war Konrad Jamrozik aus Polen, der im Oktober 2010 als Informatik-Student mit dem Erasmus-Programm von Breslau nach Saarbrücken an die Uni kam. Inzwischen ist er dort Doktorand. Warum kam er nach Saarbrücken? Es hätten mehrere Austauschprogramme zur Wahl gestanden, erklärt der 24-Jährige, "aber alle haben gemeint, Saarbrücken sei am besten". Er wurde ein Semester lang mit etwa 450 Euro monatlich vom Erasmus-Programm gefördert. "Das war genug zum Leben. Das Studentenheim war günstig." An der Saar-Uni fühlt sich der polnische Student pudelwohl. "Ich find's toll hier, ich mag vor allem die internationale Atmosphäre", erzählt er. "Und es ist viel lässiger hier als in meiner Heimat. Man kann selbstständig arbeiten."

Deutlich weniger Studenten machten sich von der Saar-Uni ins Ausland auf. Nur 170 zog es im Hochschuljahr 2010/2011 mit Erasmus in die Ferne, ein Jahr zuvor waren es noch 219. Anders sieht es an der HTW aus. Dort ist die Zahl der heimischen Studenten, die ins Ausland gehen, deutlich gestiegen: Während es 2009/2010 noch laut DAAD 46 waren, zog es im folgenden Jahr 80 Studenten an ausländische Unis. Die niedrige Zahl an der Saar-Uni ist jedoch eine Ausnahme: "Im akademischen Jahr 2010/2011 war das erste Mal seit vielen Jahren die Zahl derer, die mit Erasmus ins Ausland gehen, unter 200", sagt Fabienne Saunier vom Akademischen Auslandsamt der Hochschule. Die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge und die damit verbundenen Umstrukturierungen seien sicherlich ein Grund dafür gewesen. Im laufenden Hochschuljahr sind die Zahlen allerdings wieder gestiegen: 2011/2012 sind laut Angaben des Akademischen Auslandsamts bereits 206 Studierende von der Saar-Uni ins Ausland gegangen oder werden nächstes Semester gehen.

Lisa Krämer aus Uchtelfangen gehört dazu. Die Studentin für Human- und Molekularbiologie zog es im vergangenen Semester von der Saar-Uni nach Umeå in Schweden. Dort hat sie einiges erlebt. "Ich habe viele Leute aus allen möglichen Ländern kennengelernt", erzählt die 21-Jährige. Auch mit ihrem Studium war sie zufrieden: "Die Kurse waren echt interessant und ziemlich gut organisiert". Etwa 170 Euro hat sie in dieser Zeit über Erasmus monatlich erhalten. "Das reicht zwar nicht für alles, aber es hilft schon ein bisschen", meint die Saarländerin. Immerhin habe sie dafür die Miete fürs Wohnheim zahlen können. "Das ganze Programm funktioniert gut. Es wird einem viel geholfen", erzählt sie. Das "International Office" vor Ort habe ihr die Wohnung im Studentenheim vermittelt und viele Treffen mit anderen ausländischen Studierenden organisiert. Das Auslandsemester hat sich gelohnt: "Mir fällt es viel leichter auf Leute zuzugehen und ich bin selbstständiger geworden."