Mediziner und Naturwissenschaftler legen besonderen Wert auf Doktortitel

Promotionsquote an deutschen Hochschulen : Der Doktorhut ist Biologen besonders wichtig

Das Centrum für Hochschulentwicklung hat untersucht, in welchen Fächern besonders häufig promoviert wird.

Fast 200 000 Studenten arbeiten nach Beobachtungen des Statistischen Bundeamtes derzeit an ihrer Promotion. Die meisten sind in der Medizin oder einem naturwissenschaftlichen Fach eingeschrieben, erklärt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). In der Biologie promovierten dabei 90 Prozent aller Masterabsolventen.

Spitzenreiter in den Jahren 2015 bis 2017 bei den Promotionen sei das Fach Medizin mit durchschnittlich 6274 Dissertationen pro Jahr gewesen, gefolgt von Biologie (2498), Chemie (2000) und Physik (1765). 2017 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 29 000 Promotionen erfolgreich abgeschlossen.

Die höchste Promotionsquote nach der Biologie sei in den Fächern Chemie (79 Prozent), Physik (64 Prozent) und Medizin (63 Prozent) verzeichnet worden. Deutlich seltener sei der Doktortitel in den Fächern Jura, BWL oder Architektur. Die Rechtwissenschaften kommen nur auf die vergleichsweise geringe Quote von 13,4 Prozent.

Die Ergebnisse zeigten, welch unterschiedlichen Stellenwert der Doktortitel in den einzelnen Studienfächern hat, so das CHE. „Gerade in den klassischen Naturwissenschaften und der Humanmedizin scheint die Promotion noch immer als inoffizieller Regelabschluss zu gelten“, erklärt der CHE-Datenanalytiker Cort-Denis Hachmeister die Unterschiede.

Dies schlage sich auch auf die Betreuungsquoten in den Fächern nieder. So betreuten Professoren der Pharmazie, Biologie, Medizin und Chemie durchschnittlich zwei Doktorabschlüsse pro Jahr. In Fächern wie Germanistik, Anglistik oder Romanistik mit einem hohen Anteil an Lehramtsstudenten sei die Quote deutlich geringer.

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