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Mechatroniker monieren Entwicklungslinien der Uni

Mechatroniker monieren Entwicklungslinien der Uni

Saarbrücken. Für die Sparpläne des Uni-Präsidiums hagelt es nach wie vor scharfe Kritik. In den auf dem Campus diskutierten Entwicklungslinien 2014 bis 2020 ist dargelegt, dass die Saar-Universität bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens 70 Millionen Euro sparen muss

Saarbrücken. Für die Sparpläne des Uni-Präsidiums hagelt es nach wie vor scharfe Kritik. In den auf dem Campus diskutierten Entwicklungslinien 2014 bis 2020 ist dargelegt, dass die Saar-Universität bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens 70 Millionen Euro sparen muss. Kürzungen sind unter anderem bei den Ingenieurwissenschaften vorgesehen - ein Bereich, den die Landesregierung als besonders wichtig für die Entwicklung der saarländischen Wirtschaft erachtet. Auch wenn der Plan nach Kritik seitens der Politik nun überarbeitet werden soll, sorgt er auf dem Campus nach wie vor für Unruhe.

Diskussion verunsichert

"Für uns sind vor allem die kurzfristigen Folgen des Plans bitter", berichtet Professor Andreas Schütze, Senator und Vertreter der Fachrichtung Mechatronik. Er erzählt von verunsicherten Abiturienten, die nicht wissen, ob sie Mechatronik an der Saar-Uni überhaupt noch studieren können. Und auch neu berufene Kollegen seien verunsichert, wie es weitergeht. "Das schlimmste Szenario für uns wäre, wenn dadurch die Studentenzahlen sinken und neue Kollegen weggehen", warnt Schütze. Denn die erste Version des Präsidiums-Papiers bemängelte vor allem die geringe Auslastung und zu hohen Kosten der Fachrichtung und sieht vor, in den kommenden Jahren sechs der insgesamt 14 Professuren zu streichen. In einer neuen Version des Plans soll allerdings von Streichungen keine Rede mehr sein, so Schütze. Für ihn ist die geplante Verringerung der Professorenzahl nicht nachvollziehbar - zumal nur zwei der insgesamt sechs Professuren bis 2020 gestrichen werden sollen - die anderen Lehrstühle sind langfristig besetzt, weit über die Laufzeit der Entwicklungsplanung hinaus, die bis 2020 reicht.

Andreas Schütze und sein Kollege Professor Georg Frey kritisieren die Inkonsequenz des Plans. Das Vorhaben, ausgerechnet bei der Mechatronik den Rotstift anzusetzen, sei unverständlich, da sie die größten Anknüpfungspunkte zum deklarierten Uni-Schwerpunkt NanoBioMed aufweise und von regionaler Relevanz sei. "Grundsätzlich verstehen wir es natürlich, dass an der Uni gespart werden muss und wir lassen uns auch gerne an den Leistungskriterien aus dem Plan messen", ergänzt Frey. Mit der Form des Vorgehens seien sie aber nicht einverstanden und bemängeln, dass der Plan schlecht kommuniziert sei. Wie die Streichliste für die Mechatronik zustande komme, sei schwer nachvollziehbar.

Denn was Zahlen anbelangt, stehe der Teilbereich nicht schlecht da: Allein 100 Studienanfänger hätten sich im vergangenen Wintersemester für den Studiengang Mechatronik eingeschrieben, insgesamt seien es rund 600 Studenten. Die Erfolgsquote der Absolventen liege bei 50 Prozent. Woher die zehn Prozent kommen, die im Entwicklungsplan stehen, sei nicht zu verstehen. Bei dessen "Kriterien der Restrukturierungsentscheidungen" schnitten die Mechatroniker in der Forschung und bei der Einwerbung von Drittmitteln sogar überdurchschnittlich ab.

Die Mechatroniker wollen verhindern, dass sich Studieninteressierte von der Diskussion abschrecken lassen. "Die Außenwirkung wurde zu wenig bedacht", erklärt Schütze. Mit "acht guten Gründen für ein Mechatronik-Studium an der Saar-Uni", Infoveranstaltungen und Labor-Workshops und Praktika für Schüler wirbt der Fachbereich nun für seine Studiengänge.

mechatronik.uni-saarland.de