Materialwissenschaftler der Saar-Uni schicken Materialproben ins All

Projekt zur Eindämmung von Krankheitserregern : Saarbrücker Forscher schicken Proben ins All

Materialwissenschaftler der Saar-Uni arbeiten an Projekt zur Eindämmung von Krankheitserregern auf der Raumstation ISS mit.

Heute fliegen mehrere Proben von laserbehandelten Werkstücken mit dem Cygnus-Raumtransporter zur Raumstation ISS. Materialforscher Frank Mücklich von der Saar-Uni und sein Team arbeiten seit Jahren mit der Nasa und US-Wissenschaftlern zusammen an einem Projekt, in dem die Ausbreitung von Krankheitserregern auf der Raumstation durch den Einsatz speziell strukturierter Materialien eingedämmt werden soll, erklärt die Uni.

Auf der Raumstation leben die Astronauten isoliert und ihr Immunsystem sei durch die Weltraumbedingungen geschwächt, weshalb man sie vor Gesundheitsgefahren schützen müsse. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Keime durch die erhöhte Strahlenbelastung stärker mutieren, so die Uni.

Mit der von Mücklich und seinem Team entwickelten Laserinterferenztechnologie wurden auf verschiedenen Materialoberflächen Muster aufgebracht. „Diese Muster haben eine Dimension von wenigen Mikro- bis einige hundert Nanometern und führen dazu, dass Bakterien daran weniger gut haften, sich entsprechend schlechter vermehren und weniger Biofilme ausbilden können“ erklärt Mücklich.

Auf der ISS angekommen, sollen die Materialproben mit verschiedenen Bakterienstämmen besiedelt werden. Nach drei Wochen werden die Proben eingefroren, zur Erde zurückgeflogen und in den USA und Deutschland untersucht. Die Forscher wollen so herausfinden, welche Laserstrukturierung unter den Bedingungen im All am wirksamsten ist. Ein weiteres Projekt der Saarbrücker Forscher und der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) startet am Freitag.

Mehr von Saarbrücker Zeitung