Für innovative Uni-Kurse im Coronajahr 2021 Landespreis Hochschullehre prämiert drei Projekte der digitalen Lehre

Saarbrücken/Homburg · Virtuelle Chirurgie, digitaler Mathe-Brückenkurs und digitales Mikroskopieren: Die Staatskanzlei hat den saarländischen Landespreis Hochschullehre 2021 für drei Projekte der digitalen Lehre vergeben – zweimal an die Universität des Saarlandes und einmal an die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

Landespreis Hochschullehre 2021 ehrt Projekte an Universität des Saarlandes und HTW Saar
Foto: BeckerBredel

Die saarländische Staatskanzlei hat den Landespreis Hochschullehre für herausragende Leistungen im Jahr 2021 an zwei Projekte der digitalen Lehre an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und an ein Projekt der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar) verliehen.

Ein Preis in Höhe von 20 000 Euro geht an Dr. Tobias Fritz, Dr. Philipp Scherber und Dr. Frank Langer von der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie sowie Dr. Gerrit Fischer von der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni für das Konzept „Virtuelle Chirurgie – Konzeption und Implementierung eines Online-Nahtkurses für Studierende der Humanmedizin als innovatives Lehrkonzept“. Tina Hellenthal-Schorr, Vizepräsidentin für Lehre und Studium der Saar-Uni, sagte in ihrer Laudatio: „Hier hat man ein ganz reales, massives Problem – wenn Studierende nicht vor Ort sind, können sie nicht nähen, und wenn sie Ärzte werden wollen, gibt es ein enormes Problem – innovativ und schnell gelöst“. An dem Projekt, erstmalig im Wintersemester 2020/21 umgesetzt, nahmen 104 Studierende teil. Tests vor und nach dem Kurs sowie eine Selbsteinschätzung der Studierenden zeigten, dass sich Wissensstand und Fertigkeiten nach Kursabschluss deutlich verbessert hatten – und es stieg die Motivation für eine chirurgische Laufbahn (von 33 Prozent vor Kursbeginn auf 41 Prozent nach dem Kurs).

 Das Projekt „Digitaler Mikroskopie-Kurs“, unter anderem von Prof. Dr. Carola Meier, an der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni wurde ebenfalls ausgezeichnet.

Das Projekt „Digitaler Mikroskopie-Kurs“, unter anderem von Prof. Dr. Carola Meier, an der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni wurde ebenfalls ausgezeichnet.

Foto: UdS/UdS/Tschernig

Digitaler Mathe-Brückenkurs der HTW wird ausgezeichnet

Einen Preis in Höhe von ebenfalls 20 000 Euro bekam die Arbeitsgruppe Angewandte Mathematik, Statistik und eLearning um Professor Gerald Kroisandt für das Projekt „Digitaler Brückenkurs Mathematik“ an der HTW. Seit Jahren werden an der HTW freiwillige Vorbereitungskurse vor Studienbeginn, die Brückenkurse, angeboten. „2014 wurde das Ganze in ein Learning-Management-System überführt, was es ermöglichte, die Materialien mit Links zu elektronischen Übungsaufgaben in ,Math-Coach‘ und mit passenden Erklärvideos anzureichern“, sagte Kroisandt. „Math-Coach“ ist ein digitaler Tutor für Mathematik und Naturwissenschaften, der automatisch Aufgaben für Studierende generiert. „Das System erkennt, ob die Ergebnisse richtig oder falsch sind, und bietet kontextabhängige Hilfen“, erläuterte Kroisandt. Die Brückenkurse wurden anlässlich der Gesundheitskrise im großen Rahmen auf digitale Lehre umgestellt – erfolgreich, wie Kroisandt schilderte: „Es hat uns sehr gefreut, dass die Studierenden mehr bei der Stange blieben als bei Präsenzformaten.“

Ein Preis in Höhe von 10 000 Euro ging an Professorin Dr. Carola Meier, den emeritierten Professor Dr. Rudolf Bock und Ingrid Lang. Sie erhielten den Preis für das Projekt „Digitaler Mikroskopie-Kurs“ an der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni. Vor mehr als 15 Jahren stellte der damalige Anatomie-Professor Rudolf Bock sein Programm der virtuellen Mikroskopie vor: Durch das Scannen histologischer Präparate am Mikroskop schuf er, gemeinsam mit Ingrid Lang, seinerzeit Medizinisch-Technische Assistentin in der Anatomie, einen großen Fundus hochaufgelöster Bilddateien. Zudem entwickelte Bock eine Software, welche die Scans digital für die Mikroskopie verfügbar machte. Mithilfe des Programms „Virtuelle Mikroskopie“ können Studierende damit virtuell mikroskopieren. Besondere Bedeutung bekam das Programm im Sommersemester 2020, als keine Präsenzveranstaltung möglich war, und Anatomie-Professorin Meier die Virtuelle Mikroskopie zunächst als Ersatz für die Präsenz-Lehre einsetzte. Wegen guter Resonanz soll es fester Kurs-Bestandteil bleiben, geplant ist auch eine App.

 Der saarländische Landespreis Hochschullehre wurde erstmalig 2003 ausgelobt und ist insgesamt mit 50 000 Euro dotiert. Der Preis hat das Ziel, besondere und innovative Leistungen der Lehrenden an den saarländischen Hochschulen zu honorieren, die neue Impulse für die Weiterentwicklung der Hochschullehre setzen. Bei dem Preis für das Jahr 2021 ging es darum, Aktivitäten in der digitalen Lehre zu würdigen. Eine 14-köpfige, unabhängige Jury aus Studierenden, Hochschullehrenden und Vertretern der Staatskanzlei bewertete die eingereichten Beiträge.