Corona Internationale Studierende dürfen nur eingeschränkt einreisen

Berlin/Bonn · Wer in Deutschland studieren will, aber aus einem Land außerhalb der EU kommt, hat derzeit Schwierigkeiten, ein Visum zu bekommen. Ausgestellt wird es laut Bundesregierung nur, wenn der Studierende nachweisen kann, dass es in seinem Studiengang an der deutschen Hochschule eine Präsenzpflicht gibt.

 Im Wintersemester könnten sich die Hörsäle zumindest zum Teil wieder füllen. Die meisten Hochschulen planen eine Mischung aus Online- und Präsenz-Lehre. Wird letztere angeboten, dürfen auch Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland einreisen.

Im Wintersemester könnten sich die Hörsäle zumindest zum Teil wieder füllen. Die meisten Hochschulen planen eine Mischung aus Online- und Präsenz-Lehre. Wird letztere angeboten, dürfen auch Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland einreisen.

Foto: dpa-tmn/Uwe Anspach

Die Einreise für ein Online- oder Fernstudium sei dagegen weiterhin nicht vorgesehen. Das geht aus einer kleinen Anfrage des Bundestagsabgeordneten Kai Gehring (Die Grünen) an die Bundesregierung hervor.

Die Einreise nach Deutschland mit einer Präsenzpflicht zu verbinden, gehe von der „irrigen Annahme“ aus, dass ein Studienaufenthalt einzig für den Besuch von Seminaren und Vorlesungen gedacht sei, sagt Gehring. Es gehe vielmehr auch darum, die Kultur und Gesellschaft des Gastlandes kennenzulernen, Der Grünen-Abgeordnete bezeichnete die Visa-Regelung zudem als einen Fall von „Doppelmoral“. Eine ähnliche Praxis in den USA sei kürzlich hierzulande noch heftig kritisiert worden. Dort sollten ausländische Studierende zur Ausreise gezwungen werden, wenn sie wegen der Pandemie nur Online-Kurse belegen konnten. Nach Protesten wurde die geplante Visa-Neuregelung zurückgenommen. Wer in den USA bereits an einer Uni eingeschrieben ist, darf derzeit bleiben.

Das deutsche Vorgehen sei nicht mit den von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) kritisierten Visa-Regelungen in den USA zu vergleichen, sagt Peter-André Alt, Präsident der HRK. „Denn keinesfalls werden etwa internationale Studierende, die sich aktuell in Deutschland aufhalten, aufgefordert, im Fall eines reinen Online-Studiums auszureisen.“ Er gehe davon aus, dass an den meisten Hochschulen in Deutschland im Winter neben der Online-Lehre auch Präsenzveranstaltungen angeboten würden und somit die Studierenden gemäß der Regelung ein Visum erhalten. Sorgen mache sich die HRK eher darum, dass aufgrund von in der Pandemie geschlossenen oder nur eingeschränkt tätigen Konsulaten „Probleme bei der Beantragung und Bewilligung von Visa“ entstehen könnten.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort