Im Jubiläumsjahr gibt es Aktionen im und um das Kunstwerk Mensa

Jubiläum : Die Mensa der Saar-Universität wird 50

Im Jubiläumsjahr soll der Beton-Bau auf dem Saarbrücker Campus als Gesamtkunstwerk ins Bewusstsein der Besucher rücken.

Im Oktober 1970 wurde die Mensa der Saar-Uni auf dem Saarbrücker Campus fertiggestellt. Mit mehreren Aktionen will das Studentenwerk im Jubiläumsjahr dafür sorgen, dass sie Raum für Dialoge über die Kunst und das menschliche Miteinander inmitten der Kunst wird. Ganz so wie es der Bildhauer Otto Herbert Hajek bei der Gestaltung der Mensa, die er zusammen mit dem Architekten Walter Schrempf entworfen hat, intendierte.

Dass die kunstvolle Gestaltung dabei nicht das Erste ist, was Besuchern zum Stahlbetonbau einfällt, belegen die kürzlich im Speisesaal aufgestellten Hörstationen. Als „grau und erdrückend“ wird die Mensa etwa bezeichnet. „Einfach nur hässlich“, heißt es. Es gibt aber auch andere Stimmen: Eine Besucherin erzählt, wie schön es früh morgens im Speisesaal ist, wenn die Sonne scheint. Durch die vier Oberlichter und die Glasfront fällt dann Licht auf die großen Raumskulpturen, die in leuchtendem Gelb, Orange und Blau gestrichen sind. Die Audio-Inhalte hat Saskia Riedel, Kuratorin und Kunstjournalistin aus Saarbrücken, erstellt. Es kommen Gäste und Mitarbeiter der Mensa zu Wort, aber auch das Bauwerk selbst, das seine Geschichte erzählt.

Seit einigen Wochen finden Besucher Aufsteller mit Informationen zum Bau-Kunstwerk auf den Tischen. Die dreieckigen Prismen wurden gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler Rainer Hartz entworfen. „Sie sind in den von Hajek verwendeten Farben Blau, Orange und Gelb gehalten und fügen sich wegen ihrer geometrischen Form ins Raumbild ein“, erklärt Hartz. Senkrecht nach oben ragend sollen sie den Blick der Besucher auf die Rauminstallationen lenken.

Am Campus ausliegende Postkarten, zeigen die zwei Seiten der begehbaren Plastik auf: Ihre kunstvolle Gestaltung, ebenso wie die umfassenden Funktionen des Gebäudes. Es beherbergt nicht nur die Großküche mit mehr als 3500 servierten Essen täglich, sondern auch eine Kindertagesstätte, das Bafög-Amt und die Räume des Studentenwerks. „Wir planen noch weitere Aktionen, etwa Führungen und eine Woche Essen wie in den 1960ern und 70ern. Mehr wird aber noch nicht verraten“, sagt Heike Savelkouls-Diener vom Studentenwerk.

Von Mitte April bis Ende des Jahres wird es neben den Aktionen des Studentenwerks unter der Federführung von Mona Schrempf, der Tochter des Architekten, noch weitere Veranstaltungen rund um das Kunstwerk Mensa geben: Ausstellungen, Klanginstallationen, Performances und eine Ringvorlesung sind geplant.