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Hörsaal mit Panorama-Aussicht

Hörsaal mit Panorama-Aussicht

Der Ausbau der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) geht voran: Das jetzige "Skelett" an der Stadtautobahn soll nächstes Jahr für angehende Architekten und Sozialwissenschaftler bezugsfertig sein. Vom Zentralgebäude und dem geplanten Parkhaus ist noch nichts zu sehen.

Saarbrücken. Wer in den letzten Wochen über die Stadtautobahn, von Völklingen kommend, nach Saarbrücken fährt, dem bietet sich ein außergewöhnlicher Anblick. Vom ehemaligen Haus der Gesundheit ist nur noch ein Skelett übrig, durch das man von allen Seiten durchschauen kann. Fragil wie ein Kartenhaus scheint der einst so wuchtige Bau, der mit seiner blau-weißen Fassade und den roten Erkern seit 1955 diesen Teil der Landeshauptstadt optisch prägte.Doch Zusammenfallen wird das Kartenhaus nicht: "Wir haben ausgesprochen guten Beton vorgefunden", erklärt Demontage-Projektleiter Martin Bost. Und so steht der Sanierung nichts im Wege, das Skelett wird nicht abgerissen. Nach acht Monaten Entkernung - insgesamt wurden 3500 Tonnen Baustoffe (darunter 80 Tonnen Schadstoffe) entsorgt - beginnt ab jetzt der Wiederaufbau. Einziehen wird im kommenden Jahr die Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW). Dass alles nach Zeitplan laufen wird, versichert Ernst Unruh, leitender Baudirektor: "Zum Wintersemester 2013 ist das Ding fertig!" Für den Umbau des ehemaligen Gesundheitsamts investiert das Land 54 Millionen Euro. Inbegriffen sind darin auch die Betriebskosten für 25 Jahre.

Besonders glücklich darüber ist Professor Wolfgang Cornetz, Rektor der HTW. Denn mit dem Hochhaus steht, nach dem Technikum, dessen Räume im Oktober diesen Jahres bezugsfertig sind, dem zweiten von vier Komponenten des HTW-Ausbaus nichts mehr im Weg. Wenn das zehnstöckige Gebäude fertig ist, ziehen Verwaltung, Rektorat und das Studierendensekretariat ein. Aber auch rund 700 HTW-Studenten dürfen sich über neue kleine Seminarräume und einen Hörsaal freuen, der sich über den zweiten und dritten Stock erstrecken wird. Angehende Architekten und Sozialwissenschaftler werden künftig im HTW-Hochhaus studieren. Platz ist dringend von Nöten: "Vor allem der Studiengang Soziale Arbeit ist ein Wachstumsbereich", erklärt Pressesprecherin Katja Jung. Lang- und mittelfristig rechne man mit 600 Studenten, momentan seien es 434.

Durch die Verlegung der Fachrichtungen nach Alt-Saarbrücken werden zwei Standorte der HTW geschlossen. "Wir geben Göttelborn und Rastpfuhl auf. Sechs Standorte sind viel zu viel für so eine kleine Hochschule", erklärt der Rektor.

Um die jetzt schon schlechte Parksituation an der HTW zu verbessern, soll, ebenfalls bis Herbst 2013, an das Hochhaus angrenzend ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen entstehen. "Ich hoffe, dass das klappt", zeigt sich Cornetz noch skeptisch. Denn die vierte Komponente der HTW-Erweiterung, das Zentralgebäude, das zwischen Hochhaus und jetziger HTW entstehen soll, wird sich auf jeden Fall verzögern. Frühestens Mitte 2015 werden dort große Hörsäle, eine Mensa und die Bibliothek fertig sein. Das führt zu logistischen Problemen. Denn bis zur Fertigstellung wird es eng am Standort Alt-Saarbrücken: "Wir werden vielleicht sogar etwas anmieten müssen", sagt Cornetz. So seien etwa Container denkbar, um die Massen an Büchern der Soziologen unterzubringen. Dass das Gebäude aber wie versprochen gebaut wird, darauf vertraut der Rektor: "Schuldenbremse hin oder her, das Gebäude muss her. Das Hochhaus macht ohne das Zentralgebäude keinen Sinn." Und deshalb soll auch wie vorgesehen eine verglaste Fußgänger-Brücke die beiden Standorte verbinden: "Das wird ein optisches Signal, das zeigt, dass die HTW-Gebäude links und rechts der Straße zusammengehören."