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Hochschulen planen Weiterbildungsakademie

Hochschulen planen Weiterbildungsakademie

Das Saarland erhält ein neues Zentrum für die wissenschaftliche Weiterbildung. Die noch zum Jahresbeginn geplante große Lösung wird es dabei allerdings nicht geben. Die neue Weiterbildungsakademie bündelt erst einmal das Programm zweier Hochschulen.


Die Saar-Universität und die Hochschule für Technik und Wirtschaft wollen in den kommenden Wochen eine gemeinsame Weiterbildungsakademie gründen. Die neue Einrichtung soll die derzeit getrennten Vorlesungsprogramme beider Hochschulen unter einem Dach zusammenfassen. Das Modell habe Vorbildcharakter, so Uwe Hartmann, Vizepräsident für Planung und Strategie der Saar-Universität: "So etwas gibt es bundesweit in dieser Form noch nicht." Das neue Weiterbildungsmodell bringe allseits Vorteile, erklärt auch HTW-Rektor Wolrad Rommel. Einen reibungslosen Start garantiere die gute Organisationsstruktur der HTW auf diesem Gebiet.

Dort koordiniert das Institut der Wissenschaftlichen Weiterbildung die Aktivitäten der HTW, die in diesem Projekt der größere Partner ist. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft zählt knapp 900 Studenten in 23 Weiterbildungsprogrammen, die vom Masterstudiengang Automotive Production Engineering (16) bis zum Zertifikat für Krippenpädagogik (261 Studenten ) reichen. Die Saar-Universität hat sieben Studiengänge mit über 800 Studenten - das Gros (über 500) absolviert ein Programm der juristischen Fakultät, das über das "Distance and Independent Studies Center" (Disc) an der Universität Kaiserslautern angeboten wird. Das Disc gehört mit über 4000 Studenten zu den bundesweit renommiertesten Anbietern auf diesem Sektor.

An der Saar-Universität hat der Senat dem Projekt bereits grünes Licht gegeben, der Universitätsrat wird sich bei seiner nächsten Sitzung damit befassen. An der HTW steht eine Entscheidung des Hochschulsenats noch aus, so Rektor Wolrad Rommel. Die saarländische Staatskanzlei sei mit dem Stand der Diskussion "sehr zufrieden", erklärte Regierungssprecherin Marlene Mühe-Martin.

Über das Thema der berufsbegleitenden Weiterbildung hatten seit Jahresbeginn Vertreter dreier Hochschulen mit der Landesregierung und dem Beratungsunternehmen CHE Consult diskutiert. Im Laufe der Gespräche kam dem Projekt dann aber ein Partner abhanden. Die private Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken wird beim Start nicht vertreten sein, erklärte ihr Geschäftsführer Johannes Marx. Die Interessen der staatlichen und seiner privatwirtschaftlich organisierten Hochschule hätten sich als unvereinbar herausgestellt. Gleichwohl biete seine Hochschule ihre Dienste an. Sie könne zum Beispiel Unterrichtsräume in mehreren großen Städten Deutschlands offerieren und auch bei der Produktion digitaler Unterrichtsmedien helfen.

Der Vizepräsident der Saar-Universität hält in Zukunft die Einbeziehung weiterer Akteure in das Programm der saarländischen Weiterbildungsakademie für unumgänglich. Das Thema der wissenschaftlichen Weiterbildung werde in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, so Uwe Hartmann. Die neue Weiterbildungsakademie sei damit auf weitere Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft angewiesen. "Aber diesem Prozess muss man Zeit geben."

Die Saar-Universität bereite bereits eine Erweiterung ihrer Weiterbildungsaktivitäten vor. Unter anderem sei ein Masterprogramm zu Grenzraumstudien in Arbeit, so Hartmann. Auch zur digitalen Revolution in der Industrie (Stichwort "Industrie 4.0") und zu Themen der Energietechnik seien Angebote denkbar.