Für wen sich ein Auslandsstudium auch beruflich auszahlt

Ratgeber für Studierende : Wann sich ein Studium im Ausland lohnt

Fremde Länder kennenzulernen ist für Studierende oft bereichernd. Nicht immer zahlt sich ein Aufenthalt dort auch beruflich aus.

Viele junge Menschen entscheiden sich für einen Auslandsaufenthalt während ihres Studiums. Neben einem Erasmus-Aufenthalt, der meist zwischen fünf und sechs Monaten dauert, kann auch ein mehrjähriges Vollstudium im Ausland eine Option sein. Studierende müssen sich allerdings überlegen, ob der Aufenthalt für den Jobeinstieg in Deutschland nützlich ist.

Ohne gute Vorbereitung gehe es nicht, sagt Wolfgang Gairing vom DAAD. Besonders für ein Vollstudium im Ausland ist im Vorfeld viel zu regeln. Er empfiehlt Studierenden, bereits zwölf bis 14 Monate vorher festzulegen, wohin es gehen soll. Die Fristen und Unterlagen, die für eine Bewerbung nötig sind, unterschieden sich teilweise erheblich von denen für deutsche Hochschulen. In Großbritannien etwa müssen sich Interessierte bereits im Januar für einen Einstieg im Wintersemester bewerben, so Gairing. Sprachzertifikate oder Eignungstest müssten in vielen Fällen ebenfalls vor Bewerbung oder Studienstart vorgelegt werden.

Auch die Finanzen seien ein wichtiges Thema. So seien die Studiengebühren vor allem in den USA und Großbritannien enorm hoch, sagt Gairing. Hier würden auch Stipendien des DAAD die Kosten nicht vollständig decken. Ob sich das finanzielle Engagement später auszahlt, sei dabei nicht immer abzuschätzen.

Das bestätigt auch Matthias Rauhut von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitssuche in Deutschland könne mit einem ausländischen Hochschulabschluss schwieriger sein als mit einem deutschen. Wer seine berufliche Zukunft im Ausland sieht, für den sei ein Studium dort ratsam. Wer aber nach Deutschland zurückkommen wolle, müsse einiges beachten. So sei vorab zu prüfen, ob der Studienabschluss hier anerkannt wird. Das betrifft Rauhut zufolge insbesondere Studiengänge für staatlich regulierte Berufe, wie Arzt, Lehrer oder Anwalt, die in Deutschland mit einem Staatsexamen abgeschlossen werden.

Darüber hinaus seien Inhalte und Begriffe der ausländischen und deutschen Studiengänge nicht direkt übertragbar und für Arbeitgeber manchmal undurchsichtig. „Darum empfehlen wir, den Bachelor in Deutschland zu machen und dann den Master im Ausland“, so der Berater.

Gairing sagt, dass es auch fachbezogene Unterschiede gibt. „Während es in den Wirtschaftswissenschaften zum guten Ton gehört, international zu studieren, sind die Ingenieurwissenschaften in Deutschland eher standorttreu. Arbeitgeber schätzen in Deutschland ausgebildete Ingenieure sehr.“ Das Studienfach spiele daher bei der Entscheidung auch eine Rolle. 

(dpa)
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