Forscher aus verschiedenen Bereichen der Saar-Uni erhielten Preise

Ehrungen für wissenschaftliche Leistungen : Drei Wissenschaftspreise für die Saar-Universität

Auszeichnungen für Mathematiker, Informatiker und Materialwissenschaftler der Saarbrücker Hochschule.

Alfred Louis, Professor für Angewandte Mathematik, hat eine internationale Auszeichnung für sein Lebenswerk erhalten. Der Mathematiker der Saar-Uni wurde mit der Gold-Medaille des Sobolev-Instituts für Mathematik der Russischen Akademie der Wissenschaft für seine grundlegenden Forschungsleistungen im Bereich der Theorie und Algorithmenentwicklung für sogenannte inverse Probleme geehrt, wie die Saar-Uni berichtet. Als inverses Problem wird der Rückschluss von einer beobachteten Wirkung auf deren Ursache bezeichnet. Dieser Teilbereich der Mathematik spielt etwa für Anwendungen in der Medizintechnik eine Rolle.

Louis arbeitet schon seit vielen Jahren mit Forschern des Sobolev-Instituts zusammen, das an der Staatlichen Universität in Novosibirsk angesiedelt ist.

Bei der diesjährigen Systems and Software Products Line Conference (SPLC) in Paris wurden Sven Apel, Informatik-Professor an der Saar-Uni, und zwei Kollegen der „Most Influencal Paper Award“ für ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung von Software-Produktlinien verliehen. Mit dem Preis wird die einflussreichste wissenschaftliche Arbeit der vergangenen zehn Jahre gewürdigt, so die Saar-Uni.

Sven Apel, Christian Kästner und Martin Kuhlemann haben bereits 2008 ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht. Ihre Idee war, dass Software, wenn sie in Produktlinien zusammengefasst wird, Anwendern und Herstellern Vorteile bringt. So ließe sich durch eine gemeinsame Softwarebasis, zu der nur noch bestimmte Komponenten der einzelnen Programme hinzugefügt werden, Geld sparen und Aufwand senken. Zudem sinke die Zahl der Programmierfehler, erklärt Apel. Die Forscher schlugen für die Entwickler leicht umsetzbare Methoden vor und entwickelten eine eigene Software nach diesem Prinzip. Die Industrie griff die Ideen und Konzepte der Saarbrücker Forscher schnell auf.

Informatiker Sven Apel. Foto: Oliver Dietze/Uni des Saarlandes/Oliver Dietze
Materialwissenschaftler Frank Mücklich. Foto: Uni des Saarlandes/Andreas Schlosser

Materialforscher Frank Mücklich wurde erneut mit dem Löhn-Preis der Steinbeis-Stiftung ausgezeichnet. Dieser wird für herausragende Projekte aus dem Bereich Wissens- und Technologietransfer vergeben. Diesmal erhielt Mücklich den Preis für die Hochgeschwindigkeits-Laserstrukturierung von elektrischen Steckverbinderkontakten. Die kommen etwa in Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Pro Automobil werden derzeit mehr als 2500 Kontakte in über 250 Steckverbindern eingesetzt. Das laserbasierte Strukturierungsverfahren für technische Oberflächen ermöglicht es, den Kontakten bessere Eigenschaften zu verleihen, etwa den elektrischen Widerstand zu verringern. Mücklich ist Professor für Funktionswerkstoffe an der Saar-Uni und Direktor des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS).

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