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FOM bietet ab September in Saarbrücken berufsbegleitende Studiengänge an

Kostenpflichtiger Inhalt: Studium für Berufstätige : Eine neue Hochschule an der Saar

Das Studienprogramm der FOM-Hochschule richtet sich an Berufstätige. Sie nimmt am 1. September den Lehrbetrieb auf.

Bei der akademischen Ausbildung ist das Saarland ein Campus voller Einzelkämpfer. Es gibt eine Universität, eine Fachhochschule, eine Berufsakademie und eine Verwaltungshochschule. Die Kompetenzen sind klar abgesteckt. Im September wird nun ein neuer Akteur auf den Plan treten, der an der eingefahrenen Ordnung rütteln dürfte. An diesem Tag will die Hochschule FOM, das Kürzel ist abgeleitet von „Fachhochschule für Oekonomie und Management“, in Saarbrücken ihren Lehrbetrieb aufnehmen.

Die FOM, die in Essen zu Hause ist, zählt bundesweit zu den ersten Adressen der privaten Hochschulen. Sie ist die größte private Einrichtung in Deutschland. Ihr Schwerpunkt liegt auf berufsbegleitenden Bachelor- und Master-Studiengängen, sie zählt über 55 000 Studenten, 500 Professoren und 2000 Dozenten, sie ist an 32 Standorten in Deutschland aktiv – und nun auch in Saarbrücken.

Im Saarland ist die FOM schon vor ihrem Start Gesprächsthema gewesen, weil sie im Januar als potenzieller neuer Eigner der Berufsakademie ASW in Neunkirchen gehandelt wurde. Die Hochschule ASW sucht wegen der stetig schrumpfenden Zahl ihrer Einschreibungen seit dem vergangenen Sommer einen neuen Träger. Das Thema sorgte für jene Art von Publicity, die den FOM-Vertretern überhaupt nicht behagt. Dr. Harald Beschorner, Geschäftsführer der FOM und Kanzler der privaten Hochschule, machte klar, dass eine „feindliche Übernahme“ der rund 500 Studenten zählenden ASW auf keinen Fall in Frage komme und der Schwerpunkt der hundertmal größeren FOM ohnehin auf anderem Gebiet liege. Die FOM sei auf Bitten saarländischer Unternehmen nach Saarbrücken gekommen, um an der Saar ihre klassischen, berufsbegleitenden Studiengänge anzubieten.

Das tut sie ab dem 1. September in Räumen der Industrie- und Handelskammer in Saarbrücken, erklärt der Saarbrücker FOM-Gesamtstudienleiter Professor Michael Deeken. Zum Start sollen sechs Bachelor- und vier Masterstudiengänge angeboten werden. Michael Deeken und Hartmut Sebastian von der Geschäftsleitung des Saarbrücker FOM-Zentrums gehen von bis zu 100 Einschreibungen zum Start des akademischen Programms aus. In fünf Jahren könne die Saarbrücker FOM-Dependance dann mit 300 bis 400 Studenten ihr volles Studienprogramm fahren, zeigten die FOM-Analysen. Bei staatlich anerkannten, berufsbegleitenden Studienprogrammen gebe es an der Saar nur wenig Angebot, sagt Hartmut Sebastian.

Die FOM wird von der gemeinnützigen Stiftung Bildungscentrum der Wirtschaft in Essen getragen. Ihre Studiengänge sind kostenpflichtig, die Preise betragen zwischen 295 und 320 Euro im Monat, erklären Deeken und Sebastian. Ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium koste in der Regel knapp 13 000 Euro. Tatsächlich trage nur ein Teil der Studenten die Studiengebühren in voller Höhe, bei einem Drittel beteiligten sich ihre Arbeitgeber oder sie übernähmen sie komplett. Viele Unternehmen versuchten sich auf diesem Weg für Bewerber attraktiver zu machen, erklären die FOM-Vertreter. Die Studiengebühren einer dualen Hochschule wie der ASW, bei der Studium und berufliche Ausbildung ineinander verschränkt sind, liegen höher. Allerdings werden sie bei dieser Form der Ausbildung von den Unternehmen aufgebracht.

Wie läuft ein berufsbegleitendes Studium in den 32 FOM-Standorten ab? Die Studenten absolvieren drei Studieneinheiten in der Woche von je drei Stunden Dauer, erklärt Michael Deeken. Das Vorlesungsprogramm beginne nach dem regulären Feierabend oder sei auf den Samstag gelegt. Es gebe unterschiedliche Zeitmodelle. Eine Konstellation könne so aussehen: Der Student sitze am Freitag von 18 Uhr bis 21.15 Uhr im Hörsaal und dann wieder am Samstag von 8.30 Uhr bis 15.45 Uhr. Alle Vorlesungen seien online verfügbar, darüber hinaus gebe es in jedem Zentrum eine regionale und zusätzlich eine bundesweite Studienberatung per Telefon. Hausarbeiten und Klausuren entsprächen dem von anderen Hochschulen gewohnten Standards.

Das Programm eines kompletten Hochschul-Semesters in ein solches Vorlesungsschema zu zwängen sei nur deshalb möglich, weil die Semesterferien an der FOM auf zweimal vier Wochen im Jahr komprimiert seien. Das fordere von den Studenten hohe Motivation, erklärt Michael Deeken. „Wer sich darauf einlässt, weiß, dass er das drei Jahre durchhalten muss“, sagt der FOM-Gesamt­studienleiter. Offensichtlich bringen viele Studenten die Motivation mit. „Wir bringen 80 Prozent unserer Leute durchs Ziel“, erklärt Michael Deeken.