Experten geben Abiturienten Tipps für den Studienstart

Tipps für Erstsemester : So gelingt der Start ins Studium

Studierende im ersten Semester fragen sich oft, ob sie schon für ein Studium bereit sind. Experten geben Tipps, wie sich Studienanfänger schnell zurecht finden.

Wer ein Studium beginnt, ist mit vielen Unbekannten konfrontiert: eine neue Stadt, die erste eigene Wohnung, viel neuer Lernstoff und ungewohnte Abläufe. Hilfe bei der Eingewöhnung gibt es dabei jede Menge – man muss nur wissen, wo man sie findet.

Oft bereitet schon die Frage, was das geeignete Studienfach sein könnte, Kopfzerbrechen. Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk rät: „Tu, wofür du brennst, geh nach deiner Neigung.“ Es bringe nichts, ein Studium wegen der Erwartungshaltung anderer anzufangen – seien es die Eltern, Großeltern oder das weitere Umfeld. Er rät zu einer Portion Optimismus. Von Ängsten, etwa vor Arbeitslosigkeit, sollten sich angehende Studierende bei der Wahl nicht leiten lassen.

Sich aus Verlegenheit einfach irgendwo einzuschreiben, sei keine gute Idee. Das sagt Dorothee Fricke, Referentin im Projekt Nexus der Hochschulrektorenkonferenz. Stattdessen sollten Unentschlossene die Orientierungsstudiengänge der Universitäten und Fachhochschulen nutzen. Die Saar-Uni und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) bieten ein sogenanntes Schnupperstudium sowie ganztägige Orientierungsworkshops an.

Angehende Studierende müssen ihren Alltag ganz neu strukturieren und selbstständig klarkommen. Wer schon in der Schule Probleme beim Thema Selbstorganisation hatte, für den könne die erste Zeit an der Hochschule ein kleiner Schock sein, sagt Catrin Grobbin. Sie arbeitet als Coach und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Hamburg. Am besten kümmern sich Hochschul-Neulinge, die zum Chaos neigen, schon frühzeitig um Hilfe. Viele Unis bieten Kurse zum Thema Studienorganisation an.

Um den Stundenplan für das erste Semester sinnvoll zusammenzustellen, lohnt es, sich an fortgeschrittene Studierende zu wenden. Die haben meist einen guten Überblick, wann und in welcher Reihenfolge Seminare und Vorlesungen belegt werden sollten. An der Saar-Uni und der HTW gibt es dafür das Mentorenprogramm. Studienneulinge bekommen hier Hilfe von Studierenden, die schon länger
an der Hochschule sind.

„Man darf auch Heimweh haben“, sagt Grob. Ein Studium bedeute schließlich auch, sich abzunabeln. Gleichzeitig bauten sich Studierende an der Hochschule neue Netzwerke auf. Nirgends sei das so einfach wie an der Hochschule, da sind sich die Experten einig. Sich vor Studienbeginn ein bisschen mulmig zu fühlen, sei völlig normal, sagt Ronald Hoffmann von der Studienberatung der Uni Hamburg. „Persönliche Entwicklung passiert in Zeiten, die auch ein bisschen schwierig sind.“ Studierende sollten sich vor Augen führen, dass es vielen anderen genauso geht. Und dass die Uni Chancen bietet, kluge Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen.

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