Die Saar-Uni bietet ein Studium des Fachs Medieninformatik an

Medieninformatik : Programmierung trifft auf Gestaltung

Wer Medieninformatik studiert, hat später gute Jobchancen. Das Studium ist vielfältig und an der Saar-Uni sehr praxisnah ausgerichtet.

„Ein typisches Fach wie etwa BWL oder irgendetwas auf Lehramt zu studieren, kam für mich überhaupt nicht in Frage“, erzählt Tiana Meiers, die an der Universität des Saarlandes in der Medieninformatik eingeschrieben ist. Ihr Kommilitone Tim Düwel stimmt zu. Beide haben sich schon vor ihrem Abitur für den Studiengang entschieden, der klassische Informatik und Mediengestaltung verbindet. Dazu kommen Inhalte aus der Psychologie. „Es ist nicht nur Informatik mit Nebenfach Mathe“, erklärt Düwel. Diese Vielfalt hat beide überzeugt, die ihren Studiengang überdies interessanter als die klassische Informatik finden.

Studienanfänger können sich an der Saar-Universität jedes Jahr zum Wintersemester für den interdisziplinären Studiengang einschreiben. In den ersten Semestern arbeiten die Studierenden mit Kommilitonen aus der Informatik zusammen und belegen gemeinsam Vorlesungen. Sie lernen in dieser Zeit die Grundlagen der Fächer kennen und zu programmieren. „Diese Fähigkeiten und Kenntnisse werden dann immer weiter spezialisiert“, sagt Düwel. „Das Grundstudium ist sehr nah an der reinen Informatik.“ Das gelte vor allem in den ersten vier Semestern. Der praktische Teil sei dabei besonders interessant, erklären Meiers und Düwel übereinstimmend.

 „Ab einem bestimmten Punkt belegen wir dann sogenannte Stammvorlesungen“, berichtet Düwel. „Wir dürfen uns selbst aussuchen, welche Vorlesungen wir hören.“ Die Schwerpunkte liegen dabei entweder in der Informatik oder in der Gestaltung. Im jetzigen Wintersemester werden im Fach Informatik beispielsweise Vorlesungen zu „Mobile Security“ oder „Web Security“ angeboten. „Wir haben eine riesige Auswahl von Veranstaltungen, erklärt Düwel.

„Der größte Unterschied zwischen der Informatik und der Medieninformatik liegt darin, dass wir Kurse an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) belegen“, sagt Meiers. „An der HBK gibt es ein paar Pflichtveranstaltungen“, ergänzt Düwel. Diese können jährlich von den Studierenden belegt werden. Die Medieninformatik zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Studiengang sehr praxisorientiert ist. Durch die Zusammenarbeit mit der HBK gibt es interdisziplinäre Medienprojekte, an denen die Studenten in kleinen Gruppen arbeiten, eigenständig Programme erstellen und diese gestalten. Düwel hat mit seiner Gruppe ein Spiel entwickelt, das noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Meiers hat mit ihren Mitstreitern in ihrem Medienprojekt eine App für die Forschungsarbeit eines Psychologen geschrieben. „ Er konnte damit die Schlafgewohnheiten seiner Probanden in ihrer gewohnten Umgebung testen“, erklärt Meiers.

Es gebe auch Projekte ohne die Beteiligung der HBK: „Ein Freund von mir hat ein Flipperspiel mit Elementen von erweiterter Realität (Augmented Reality) programmiert. Man trägt dabei eine spezielle Brille“, berichtet Düwel. Der Flipperautomat werde mit Hologrammen ausgeschmückt. Neben dem großen Projekt gebe es im Laufe der sechs Semester immer wieder kleinere Arbeiten im Rahmen der Stammvorlesungen.

Auch im Master geht es praxisorientiert weiter, wie Düwels erklärt. Ihn erwarten demnächst zwölf Wochen Praktikum, was den Masterstudiengang Medieninformatik seiner Meinung nach auszeichnet. Das gebe es in dieser Form in anderen Studiengängen nicht.

Meiers steht aktuell kurz vor ihrem Bachelorabschluss. Ihre Erwartungen an die Zeit nach dem Studium sind hoch gesteckt. Sie sagt, sie mache sich wenig Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Derzeit überlege sie, ob sie sich noch für den Master einschreiben soll, doch auch mit einem Bachelorabschluss seien die Chancen, einen Job zu finden, sehr gut. Das sei in allen Informatikstudiengängen so. „Der Bedarf ist einfach derzeit sehr hoch“, sagt Düwel, der sich dennoch für den Master entschieden hat. Meiers ergänzt: „Durch das Medieninformatik-Studium kann man in jede Werbeagentur gehen, aber auch in jede Firma mit einer IT-Abteilung.“ Auch die App-Entwicklung sei eine Option für den späteren Beruf. Sie seien am Ende ihres Studium in der Lage, sowohl in IT-Berufen zu arbeiten als auch als Mediengestalter tätig zu sein. Düwel sieht darüber hinaus einen Vorteil des Standortes Saarbrücken: „Hier gibt es Forschungszentren, die einem ermöglichen, auch weiter in der Wissenschaft zu arbeiten.“ Er arbeitet derzeit auch am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) als Junior Researcher und unterstützt dort Forschungsarbeiten.

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