Die Night of the Profs ist die Kult-Party am Saarbrücker Campus

Kostenpflichtiger Inhalt: Night of the Profs : Professoren rocken die Saar-Universität

Am Freitag tanzen Studierende bei der Night of the Profs wieder bis in die frühen Morgenstunden zur Lieblingsmusik ihrer Dozenten.

Abends ordentlich abzufeiern und morgens müde in der Vorlesung zu sitzen ist für einige Studierende wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches – dass ihre Professoren sie mit eingängigen Beats noch dazu antreiben, ist allerdings alles andere als alltäglich. Am Freitag veranstaltet der Asta der Saar-Universität wieder die Night of the Profs, bei der Professoren und Professorinnen verschiedener Fachrichtungen ihre Lieblingsmusik auflegen und die Studierenden zum Tanzen bringen. Unterstützt werden sie in diesem Jahr dabei von DJ Moh, der auch schon beim Hochschulball für volle Tanzflächen gesorgt hat.

Damit am Partyabend nichts schiefgeht, haben die Professoren vorab eine kleine Schulung erhalten, um zu lernen wie die Plattenteller zu bedienen sind. Im Asta-Gebäude herrschte ein ziemliches Gedränge, laute Musik waberte durch den Flur. DJ Fink, ehemaliges Asta-Mitglied Michael Fink, erklärte was es beim Auflegen zu beachten gibt. Zusammen mit Andreas Segl organisiert er seit 2010 das Event an der Saar-Uni. In die Musikauswahl der Teilnehmer mischen sie sich nicht ein. „Die Professoren spielen, was immer sie möchten. Falls jemand acht von zehn Songs von einem Künstler wählt, raten wir vielleicht dazu, das zu überdenken. Aber letztlich entscheidet jeder selbst“, erklärte Segl.

Neben überzeugten Wiederholungstätern gibt es in diesem Jahr auch Neuzugänge. So ist etwa die einzige Frau in der Runde, die Literaturwissenschaftlerin Stephanie Catani zum ersten Mal dabei. „Ich höre gerne laute und schnelle Musik. Die Gelegenheit die für die Studierenden aufzulegen, lasse ich mir nicht entgehen“, sagte die Inhaberin des Lehrstuhls für neuere deutsche Literaturwissenschaft, die seit 2018 an der Saar-Uni ist. Vor allem Gitarrenmusik der 90er Jahre, etwa Nirvana, Metallica und Marilyn Manson haben es ihr angetan. Dazwischen dürfe es auch mal deutscher Hip-Hop von Peter Fox sein.

Sie ist nicht die Einzige, die rockige Sounds bevorzugt und sich musikalisch im vor-vorletzten Jahrzehnt zuhause fühlt. Auch Pharmazie-Professor Thorsten Lehr verspricht „alles von Deutschrock bis Hardrock“, vorwiegend aus dieser Zeit. Abends teste er bereits fleißig, welche Songs gut zusammen passen – zum Leidwesen seiner Mitarbeiter. „Da wird die Anlage schon mal ordentlich aufgedreht“, lachte der zweite Novize bei der Night of the Profs.

Der Dritte im Bunde ist Professor Joachim Frenk aus der Anglistik. „Ach, Sie brauchen einen Satz dazu von mir? War das schon ein Satz?“ war seine Reaktion. „Gängiger Pop/Rock und ich freue mich“, und schon war er weg. Am Freitag wird er ­– nachdem DJ Moh die Stimmung etwas angeheizt hat – den Auftakt machen.

Bereits zum dritten Mal dabei ist Informatik-Professor Holger Hermanns: „Die Leute warten ja schon darauf, dass ich die „Blockflöten des Todes“ auflege.“ Kuschelrock und Klassik sind also auch bei ihm eher nicht zu erwarten.

Jura-Professor Michael Beckmann, der ebenfalls schon zum dritten Mal die Plattenteller dreht, sagt er freue sich schon auf die Party. „Unsere Studierenden sind so motiviert und fleißig, da gehört auch ausgiebiges Feiern dazu“. Das Leben bestehe nicht nur aus Regeln. „Ich will auch eine gewisse Lockerheit und Freiheit vermitteln“, sagt Beckmann. Außerdem sei die Night of the Profs einfach Kult.

Zum festen Inventar der langen Partynacht gehört Medizin-Professor Sven Gottschling. Er ist schon zum vierten Mal dabei und auch dieses Jahr ist er eher der Mann fürs Grobe: Er fühlt sich im Heavy Metal zuhause. „Es wird auf jeden Fall melodisch und tanzbar, keine Sorge“, verspricht er. Gottschling wird dabei nicht alleine auftreten. Unterstützung erhält er von einem seiner Patienten. Der 30-jährige Philip Krämer hat schon im letzten Jahr die über tausend Studierenden auf der Tanzfläche mit seiner Musik begeistert. Er wurde mit einem seltenen Gendefekt geboren, lässt sich aber von seiner Krankheit nicht aufhalten. Als Gottschling im vergangenen Jahr erfuhr, dass sein Patient schon immer DJ werden wollte, machte er sofort Nägel mit Köpfen und legte mit ihm gemeinsam bei der Night of the Profs auf. Mit Songs von ACDC und den Toten Hosen fügt sich Krämers Wahl fast nahtlos ins Programm des Homburger Mediziners, der auch in diesem Jahr wieder auf das zahlreiche Erscheinen von Studierenden aus Homburg hofft. „Wir zeigen den Saarbrückern mal, wie man richtig feiert“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Ebenfalls eine Koryphäe der Professoren-Party ist der Psychologe Frank Spinath. Er macht nebenberuflich seit vielen Jahren Musik. Mit seiner Elektro-Pop-Band ist er bereits durch die USA getourt. Klar, dass er keine wirkliche Vorbereitung mehr braucht. „Frank Spinath ist ein echter Profi an den Turntables. Der weiß genau, wie man das Publikum begeistert“, sagt Segl.

In diesem Jahr wird erstmals ein Eintrittsgeld von drei Euro erhoben. „Das ermöglicht uns, den Abend schöner zu gestalten“, erklärt Segl. Bisher sei das eine absolute Low-Budget-Veranstaltung gewesen, mit dem Eintritt hätten sie etwas mehr Spielraum. „Die Getränke gibt es natürlich zu Studierendenpreisen.“