Die erste Vorlesung im Sommersemester der Kinderuni handelt vom Lernen.

Kinder-Uni : Was passiert beim Lernen in meinem Gehirn?

Bei der ersten Vorlesung im neuen Semester der Kinder-Uni am 8. Mai erklärt Christoph Krick, was beim Lernen in unserem Gehirn passiert.

Mit Mathe muss sich jeder Schüler während der gesamten Schulzeit beschäftigen. Viele Kinder wollen außerhalb des Mathe-Unterrichtes am liebsten gar nichts damit zu tun haben. Doch warum ist das eigentlich so? Und was geschieht beim Lernen in unserem Gehirn?

Diese und viele weitere Fragen untersucht Christoph Krick in seiner Gehirnwerkstatt. Dies ist ein Schülerforschungszentrum an der Universitätsklinik sowie der Robert-Bosch-Schule in Homburg. Hier hilft er Schülern Antworten auf komplizierte Fragen zu finden. Beispiele hierfür sind die Frage, was im Gehirn passiert, wenn man einen Ohrwurm hat oder auch wie das Gehirn Vokabeln lernt.

Christoph Krick hat gemeinsam mit seinem Team die sogenannte Rätselmaschine entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Computer-­Lernspiel. Das Besondere an diesem Spiel ist jedoch, dass die Rätsel allesamt von Schülern selbst erstellt werden. Wenn jemand zum Beispiel gut in Mathe ist, kann er für schwächere Matheschüler Rätsel erstellen und ihnen so beim Lernen helfen. 

Die erstellten Rätsel müssen zunächst von einem Lehrer kontrolliert und freigeschaltet werden, bevor die anderen Schüler sie lösen dürfen. Jeder Schüler kann Punkte sammeln und diese in seinem Punktekonto einsehen. Zusätzlich vergibt die Rätselmaschine auch sogenannte Follower-Punkte. Diese werden verbucht, wenn ein Mitschüler das erstellte Rätsel löst.

Sicherlich kennt ihr das Gefühl, wenn ihr alle Vokabel richtig gelernt oder die Mathematikaufgabe ohne Fehler gelöst habt. Oder ihr erinnert euch, welch tolles Gefühl das war, als ihr zum ersten Mal Fahrrad ohne Stützräder fahren konntet. Dieses tolle Gefühl im Kopf wird durch einen sogenannten Botenstoff im Gehirn ausgelöst, erklärt Christoph Krick. Die Wissenschaftler wissen heute, dass es diese Substanz ist, die uns dieses Glücksgefühl vermittelt, wenn wir alles richtig gemacht haben.

Und weil das so ein tolles Erfolgsgefühl ist, wollen wir es gerne wieder erleben. Deshalb steigen wir wieder aufs Fahrrad oder wollen die nächste Aufgabe lösen.

Es gibt viele Erwachsene, die gegen den Einsatz von Computern im Unterricht sind. Doch Christoph Krick hat mit der Rätselmaschine gezeigt, dass durch den richtigen Einsatz von Computern und solchen Spielen das Lernen mehr Spaß macht.

Wie er das geschafft hat? Ganz einfach: Indem er vielen Versuchspersonen in den Kopf geschaut hat. Und damit wären wir auch beim Thema seines Vortrags bei der Kinder-Uni. Es gibt nämlich ein Verfahren, mit dem ein Wissenschaftler wie Christoph Krick von außen sehen kann, was im Kopf eines Menschen geschieht. Dieses Verfahren heißt Magnetresonanz-Tomografie. Damit kann er alle Organe im Körper eines Menschen und natürlich auch das Gehirn untersuchen und zeigen, was in ihnen geschieht. Beim Magnetresonanzverfahren werden sehr starke Magnete benutzt also keine Strahlung wie beim Röntgen. Das ist völlig unschädlich, allerdings darf man bei der Untersuchung kein Metall am Körper haben. Das kann sich in einem Magnetfeld nämlich sehr stark erhitzen.

Mit einer Magnetresonanz-Tomographie (MRT) können Wissenschaftler zeigen, wie das Gehirn funktioniert.. Foto: Iris Maurer

Weil man mit der Magnetresonanztomographie einem Menschen direkt beim Denken zusehen kann, können Wissenschaftler wie Christoph Krick erklären, was beim Lernen in unserem Gehirn geschieht. Und damit kann er dann auch erklären, warum einige Schüler besser Vokabeln lernen können und andere mathematische Formeln besser verstehen. Welche Bereiche im Gehirn für welche Aufgaben zuständig sind, wird Christoph Krick bei seinem Vortrag in der Kinder-Uni erklären.

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