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„Das war ein Schock für uns“: Asta fürchtet Preiserhöhung beim Semesterticket

„Das war ein Schock für uns“: Asta fürchtet Preiserhöhung beim Semesterticket

Der Preis für das Semesterticket an saarländischen Hochschulen wird steigen. Das steht für die Studentenvertreter von Uni und HTW fest. Um wie viel, darüber wird noch gestritten. Aktuell geht es um eine Steigerung von 25 Prozent.

Wollen Studenten im Saarland mit Bus und Bahn von A nach B, müssen sie einfach nur ihren Studentenausweis zücken. Er ist gleichzeitig das sogenannte Semesterticket. Es ermöglicht Studenten aller saarländischen Hochschulen, durch das ganze Bundesland mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Nach einer Umfrage des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta) der Saar-Uni nutzen rund 70 Prozent der saarländischen Studenten dieses Angebot, um zu ihren Hochschulen zu gelangen. Gratis ist der Service nicht. Aktuell zahlen die Studenten dafür 100 Euro - enthalten in den Semesterbeiträgen, die zu jedem Winter- und Sommersemester fällig werden. Doch der Preis wird zum Wintersemester 2015/16 steigen.

"Unser alter Vertrag läuft im September 2015 aus", erklärt Charlotte Dahlem, Vorsitzende des Uni-Asta, der zusammen mit den Asten der anderen saarländischen Hochschulen die Bedingungen für das Semesterticket mit den Verkehrsbetrieben verhandelt. Der Vertrag lief laut Dahlem über einen Zeitraum von fünf Jahren, sah eine jährliche Steigerung um drei Euro vor und wurde vom Land mit 2,5 Millionen Euro bezuschusst. "Damit sind wir in diesem Semester bei genau 100 Euro für das Ticket angekommen", erklärt die Asta-Vorsitzende.

Im Mai diesen Jahres nahmen die Studentenvertreter die Verhandlungen für einen neuen Vertrag auf. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die saarländische Hochschullandschaft mitten in Spardiskussionen. "Da war nicht klar, ob wir die 2,5 Millionen Euro nochmal bekommen würden", sagt Dahlem. In den Verhandlungen wurde dann klar, dass ohne die Subventionen der Betrag des Semestertickets pro Student auf 230 Euro steigen würde. "Das war ein Schock für uns" sagt die Studentenvertreterin der Saar-Uni. Daraufhin habe das Land die 2,5 Millionen Euro bis zum Sommer 2016 zugesichert. "Dadurch hatten wir wieder einen Handlungsspielraum", sagt Ardian Beqiri, Asta-Vorsitzender der HTW.

Das Problem eines teureren Semestertickets war damit allerdings nicht vom Tisch. "Private Anbieter unter den Verkehrsbetrieben wollten wegen gestiegener Kosten mehr Geld", erklärt Dahlem. 175 Euro pro Semesterticket wurde den Studenten zwischenzeitlich laut der Asta-Vorsitzenden angeboten. Vergangene Woche wurde Charlotte Dahlem dann vom Land mitgeteilt, dass sich die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs auf einen Betrag von 125 Euro geeinigt hätten. "Allerdings nur bis zum Sommer 2016. Danach müssen wir wieder verhandeln", sagt Dahlem.

"125 Euro sind für uns zu hoch", sagt Ardian Beqiri. "Eine Steigerung von 100 auf 105 Euro wäre in Ordnung." Auch die Studentenvertreter der Saar-Universität sind mit dem zuletzt genannten Preis nicht glücklich: "Da es nur um einen Zeitraum von einem Jahr geht, wäre es uns lieber gewesen, wenn es weiterhin nur eine Steigerung um drei Euro wäre", erklärt Charlotte Dahlem.

Der Preis war in den bisherigen Verhandlungen aber nicht der einzige Knackpunkt. Laut HTW-Studentenvertreter Ardian Beqiri ging es auch darum, die Reichweite des Tickets zu erweitern: "Wir wollten es auf Kaiserslautern, Trier, Zweibrücken und Birkenfeld ausweiten. Das hat wegen den verschiedenen Zuständigkeiten der Verkehrsbetriebe leider nicht funktioniert." Trier stehe aber noch zur Debatte, so Beqiri.

Die letzte Verhandlung steht am 5. Dezember an. Bis dahin müsse sich der Uni-Asta überlegen, ob er mit den 125 Euro leben könne, so Dahlem. Für Beqiri steht fest: "Es wird teurer. Das war der Konsens von Anfang an und das ist traurig."