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Asta plant Mahnwache gegen Uni-Sparprogramm

Asta plant Mahnwache gegen Uni-Sparprogramm

Auch der Asta der Saar-Uni hat sich an dem dramatischen Appell an die Landesregierung beteiligt, in dem Senatsmitglieder und Dekane vor massiven Folgen des Sparprogramms warnen. Um den Druck auf die Politik zu erhöhen, wollen die Studenten kommende Woche eine Mahnwache halten.

In einem Brandbrief haben Dekane und Senatsmitglieder die Landesregierung vor einem massiven Bedeutungsverlust der Saar-Uni gewarnt (wir haben berichtet). Auch der Asta hat den Brief unterzeichnet, der die Landesregierung auffordert, die Sparlast um etwa zehn Millionen Euro zu reduzieren und die Personalkosten-Steigerungen bis 2020 zu übernehmen. "Die Sparlast ist einfach zu groß - das sagen wir schon seit Jahren", sagt der Asta-Vorsitzende Govinda Sicheneder. Um den Druck auf die Politik zu erhöhen, planen die Studenten Anfang kommender Woche eine zweitägige Mahnwache in Saarbrücken .

Die Folgen des Sparprogramms der Landesregierung, die den Uni-Etat bis 2020 eingefroren hat, seien spätestens seit Semesterbeginn an fast allen Fakultäten spürbar. "Selbst Prestige-Fächer wie die Informatik, die finanziell eigentlich sehr gut aufgestellt sind, bekommen das zu spüren", sagt der Informatikstudent Sicheneder. Dort sei seit diesem Semester der Mathe-Vorkurs nicht mehr finanziert - laut Sicheneder eine Grundvoraussetzung für fast jeden Informatikstudenten. Er finde jetzt nur statt, weil sich die Tutoren bereit erklärt hätten, ehrenamtlich zu unterrichten. "Und die Materialkosten zahlen Studenten jetzt aus eigener Tasche", sagt der Asta-Vorsitzende. Dieser Zustand zeige, worauf die Uni zusteuere, warnen die Asta-Vorsitzenden. "Nach außen hin sieht man zuerst Prestige-Projekte, etwa den neuen Sonderforschungsbereich der Informatik oder den Europaschwerpunkt - doch schaut man dahinter, sieht man, dass hintendran nichts richtig aufgestellt ist", sagt Sicheneder.

Auch die Reduzierung der Lehrstühle sei in vielen Fächern bereits jetzt zu spüren, sagt die Asta-Vorsitzende Samira Scheibner. "Da wird alles ausgehöhlt und zerlöchert." Vakante Lehrstühle würden nicht wiederbesetzt - selbst wenn sie grundlegend für ein Fach seien. "Es bringt nicht viel, wenn Studiengänge mit Namen wie Europaschwerpunkt aufgehübscht sind, wenn essenzielle Lehrveranstaltungen wegfallen", warnt Scheibner. Das Sparprogramm führe für die Studenten bereits jetzt dazu, dass manche Seminare nur noch alle zwei Semester angeboten würden, immer mehr Tutorien wegfielen, Hörsäle überfüllt und Institutsbibliotheken nur noch für wenige Stunden geöffnet seien. "Leidtragende davon sind alle - vom Professor bis zum Studenten . Und ganz besonders leiden die, die sich in der Endphase ihres Studiums befinden und wegen der Kürzungen noch ein Semester dranhängen müssen", sagt Scheibner. Das Schlimmste sei, dass nicht inhaltlich gekürzt werde, sondern "einfach überall da, wo es geht", sagt Sicheneder. Die Sparlast zwinge die Fakultäten dazu, "sich den Strick zu drehen, an dem sie sich dann selber aufhängen", warnt Scheibner. "Die Attraktivität der Uni ist bereits jetzt dahin", sagt Sicheneder. So habe eine Professorin ihre Berufung an die Saar-Uni mit der Begründung abgelehnt, sie ginge lieber in ein Land, das nicht an seiner Uni spare. Und immer mehr Studenten gingen für den Master weg aus Saarbrücken .