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Aller Anfang wird leicht gemacht

Aller Anfang wird leicht gemacht

Im Mentorenprogramm der Saar-Uni unterstützen Studenten Studienanfänger bei ihren ersten Gehversuchen an der Hochschule. Die Nachfrage nach Ratschlägen ist groß. Die Bereitschaft zur Hilfestellung aber auch.

Beim Wechsel vom Schulhof auf den Uni-Campus suchen Studienanfänger vor allem eines: Orientierung. Und wer könnte ihnen da besser weiterhelfen als jene, die die Mühen des Sich-Zurechtfindens gerade erst am eigenen Leib erfahren haben. Das hat auch die Universität des Saarlandes erkannt und ein sogenanntes Mentorenprogramm aufgesetzt, das Neu-Studenten und fortgeschrittene Semester zum Erfahrungsaustausch zusammenbringt.

Die Zentrale Studienberatung organisiert das Programm. Dorthin können sich Neuankömmlinge auf der Suche nach Rat wenden und Studenten ab dem dritten Semester, die den Nachwuchs an ihren Erfahrungen teilhaben lassen wollen. Die Studienberatung schult die angehenden Mentoren in einem vierstündigen Kurs und stellt geeignete Gruppen von Mentoren und den als Mentees bezeichneten Studienanfängern zusammen. Die Gruppen treffen sich dann vor Semesterbeginn an mindestens drei Terminen.

Die Jurastudenten Paul Lütke und Mark Pickard waren bereits ein solches Gespann, bevor es das Programm der Studienberatung gab. Pickard gehörte zu einer Gruppe von Studienanfängern, der Lütke als Betreuer zur Seite stand. Inzwischen engagiert sich Pickard selbst als Mentor. "Wer es selbst mitgemacht hat, möchte es auch weiterführen", sagt er. Pickard weiß noch genau, wie man sich als Neuankömmling an der Uni fühlt. "Man hat eher Hemmungen, mit Dozenten zu reden und ihnen Fragen zu stellen. Schließlich könnten die einen schon bewerten."

Mit Studenten, die auf einem ähnlichen Niveau sind, könne man hingegen unbefangener reden, ergänzt Lütke. So ließen sich viele nützliche Dinge erfahren. "Das reicht von allgemeinen Tipps zum Studium über Lektüreempfehlungen bis hin zur konkreten Frage, was sich tun lässt, wenn alle AGs ausgebucht sind."

Gerade unter den Juristen ist das Angebot besonders groß. 50 Studenten aus den Rechtswissenschaften arbeiteten im Wintersemester als Mentoren - so viele wie in keiner anderen Fakultät. Mit 169 Anmeldungen waren auch die Mentees in den Rechtswissenschaften top. Auf Platz zwei bei den Mentoren landeten die Mediziner. 22 Mentoren betreuten insgesamt 148 Studenten.

Insgesamt hat sich die Nachfrage vor allem bei den Mentorenstellen in diesem Semester deutlich erhöht. 226 Studenten sind laut Uni ehrenamtlich als Betreuer tätig, das entspricht einer Steigerung von 66 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Wintersemester. 801 Mentees nutzen das Angebot, 17 Prozent mehr als im Jahr davor. Und wie zufrieden sind sie mit dem Angebot? Die Studienberatung hat das Programm im vergangenen Jahr evaluiert und die Ergebnisse jetzt veröffentlicht. Die Zahlen sind gut: 94 Prozent der Befragten würden Studienanfängern empfehlen, am Mentorenprogramm teilzunehmen. 65 Prozent fanden die Anzahl der Treffen genau richtig, 35 Prozent hätten sich jedoch gerne häufiger getroffen.

Die Juristen um Paul Lütke und Mark Pickard belassen es nicht bei den drei vorgesehenen Treffen. Sie betreuen die Studenten über zwei Semester hinweg. Über eine Facebook-Gruppe halten sie regelmäßig Kontakt. "Man findet dabei fast zwangsläufig Freunde", sagt Lütke. "In so einer Gruppe entsteht eine bestimmte Dynamik. Man erfährt Dinge, auf die man selbst überhaupt nicht gekommen wäre." Das ermögliche auch einen Blick über den Tellerrand des Faches, zum Beispiel über das Sport- und Freizeitangebot an der Hochschule. "So fühlt man sich schnell als Teil der Uni und wirklich im Studentenleben angekommen", so der Jurastudent. Auch die Mentoren profitieren von der Erfahrung: "Man ist dadurch automatisch immer auf dem neuesten Stand", erklärt Paul Lütke.

Bei aller Hilfsbereitschaft und Kooperation gibt es allerdings eine klare Grenze: Inhaltliche Hilfestellungen dürfen und wollen die Mentoren nicht leisten. Für ihre Studienleistungen sind auch Anfänger selbst verantwortlich.