Hilfsorganisation fordert Bargeld statt Essenspakete für Flüchtlinge

Saarlouis. Der Saarländische Flüchtlingsrat (SFR) hat eine neue Kampagne mit dem Titel "Selbstbestimmung ist Menschenrecht" gestartet. Die Aktion ziele darauf, die Lebensmittelpakete in der Landesaufnahmestelle in Lebach abzuschaffen und das so genannte Lager aufzulösen, erklärte das SFR-Vorstandsmitglied, Roland Röder

Saarlouis. Der Saarländische Flüchtlingsrat (SFR) hat eine neue Kampagne mit dem Titel "Selbstbestimmung ist Menschenrecht" gestartet. Die Aktion ziele darauf, die Lebensmittelpakete in der Landesaufnahmestelle in Lebach abzuschaffen und das so genannte Lager aufzulösen, erklärte das SFR-Vorstandsmitglied, Roland Röder. Derzeit erhalten die rund 850 Lagerbewohner aus 20 Staaten gesetzlich festgelegte Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, so SFR-Vorstandsmitglied Heinz-Peter Nober. In Euro-Geldwert umgerechnet lägen die zwei Mal pro Woche ausgegebenen Lebensmittelpakete und das monatliche Taschengeld von 40 Euro für Erwachsene 20 Prozent unter dem Hartz-IV-Regelsatz, sagt Nober. Nach Ansicht des SFR sollten die Bewohner des Flüchtlingslagers künftig statt der wöchentlichen Lebensmittelpakete entsprechend Geld erhalten. Dieses und andere Probleme wie die beengten Wohnverhältnisse, die begrenzten Duschzeiten und die mitunter jahrelange Gebundenheit an das Lager führten dazu, dass die Menschen nicht selbstbestimmt leben können, erklärte Nobert. Eine positive Entwicklung nennt der SFR allerdings die Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Flüchtlingskinder sowie die Betreuungs- und Sprachangebote der Caritas in Lebach. Ihre Forderungen hat die partei- und regierungsunabhängige Lobbyorganisation SFR bereits mit Vertretern der Landtagsfraktionen von SPD, Grünen, FDP und Linkspartei besprochen. Während SDP, Grüne und Linkspartei den Forderungen zustimmten, hielte sich der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Karl-Josef Jochem noch bedeckt. Eventuell werde sich die FDP nach den Landtagswahlen für eine Landtagsanhörung stark machen, glaubt Röder. Nunmehr stehe noch ein Gespräch mit Ministerpräsident Peter Müller (CDU) aus. bera

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