Hilfe zur SelbsthilfeSieben Projekte bemühen sich um mehr Lebensqualität

Hilfe zur SelbsthilfeSieben Projekte bemühen sich um mehr Lebensqualität

Saarbrücken. Als sich vergangenen Sommer Burbachs Mitte in einen orientalischen Markt verwandelte, hat die Gemeinwesenarbeit geholfen. Der Markt war ein Treffpunkt für viele Nationen. Damit sich Menschen treffen können, tut die Gemeinwesenarbeit in Saarbrücken viel. Sie wurde 1971 als Bürgerinitiative gegen soziale Missstände in Saarbrücken gegründet

Saarbrücken. Als sich vergangenen Sommer Burbachs Mitte in einen orientalischen Markt verwandelte, hat die Gemeinwesenarbeit geholfen. Der Markt war ein Treffpunkt für viele Nationen. Damit sich Menschen treffen können, tut die Gemeinwesenarbeit in Saarbrücken viel. Sie wurde 1971 als Bürgerinitiative gegen soziale Missstände in Saarbrücken gegründet. Rund 1,3 Millionen bezahlt die Stadt derzeit jährlich."Den Bedarf an sozialen Beratungsstellen können wir nicht komplett abdecken", sagt Dagmar Brück vom Caritas-Verband. Die heutigen sieben Standorte, organisiert von verschiedenen Trägern, in Brebach, in Burbach, auf dem Wackenberg, auf der Folsterhöhe, in Alt-Saarbrücken und zweimal in Malstatt verfolgen ähnliche Konzepte, aber die Arbeitsschwerpunkte orientieren sich an den jeweiligen Stadtteilen und ihren Problemen.

"Zu der wichtigsten Aufgabe der Gemeinwesenprojekte im Raum Saarbrücken zählt es, Menschen in den Stadtteilen zu unterstützen, ihre Interessen selbst in die Hand zu nehmen. Dazu zählen das Begleiten von Initiativen und vor allem die Beratung von Haushalten sowie das Vernetzen der Arbeit verschiedener Institutionen", sagt Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Feste, Kurzreisen oder auch Tagesfahrten sollen das Leben der Bürger bereichern.

Im Bereich Bildung und Information bieten die Stadtteile Veranstaltungen über Gesundheit und Hartz IV an. Aber auch Computer- oder Malkurse für Kinder und Erwachsene. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, zu Kindertreffs oder in Jugendclubs zu gehen.

Damit sich die Bürger über Probleme und Fortschritte informieren können, hat jeder Stadtteil seine eigene Bürger-Zeitung, die viermal im Jahr erscheint.

Am Mittwoch, 16. März, um 9 Uhr treffen sich die sieben Stadtteilbüros im Treffpunkt der Haltestelle in Burbach.

Gemeinwesenarbeit Brebach: "Unser Schwerpunkt liegt auf der Integrations- und Ausländerarbeit", sagt Stefan Ortleb (Foto: BZB), Sozialberater der Gemeinwesenarbeit Brebach. Mit 500 Ausländern hat Brebach einen großen Ausländeranteil. Die Gemeinwesenarbeit will ein funktionierendes Zusammenleben der Bürger erreichen. Sie bieten dazu Bildungs-, Begegnungs- und Teilnahmeangebote an. Alleiniger Träger der Gemeinwesenarbeit ist das Diakonische Werk an der Saar.

Gemeinwesenarbeit Burbach: "Im Moment arbeiten wir viel an der Integration ausländischer Frauen", erklärt Dagmar Brück (Foto: Dincher), Projektleiterin des Caritas-Verbandes. Dazu bietet die Gemeinwesenarbeit die interkulturelle Frauengruppe an. Diese trifft sich vierzehntägig in der "Haltestelle" zum Frühstück. Ziele dieser Gruppe sind die Teilhabe und Integration der ausländischen Frauen. "Wir sind überrascht, dass so viele das Angebot wahrnehmen", sagt Brück. Träger der Gemeinwesenarbeit Burbach sind das Diakonische Werk und der Caritas-Verband.

Gemeinwesenarbeit Wackenberg: "Aktuell haben wir besonders den Bereich Frühe Hilfe ausgebaut", sagt Reinhardt Schmid (Foto: Pädsak), Vorstand der Sozialberatung. Das Projekt Frühe Hilfe bietet Familien mit Kindern ein wöchentliches Eltern-Kind-Treffen. Hier soll eine bessere Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern geschaffen werden. "Speziell auf dem Wackenberg ist aber auch die Wohnsituation ein großes Thema", erklärt Schmid. Träger der Gemeinwesenarbeit ist die Pädagogisch-soziale Aktionsgemeinschaft.

Kontaktzentrum Folsterhöhe: "Auf der Folsterhöhe versuchen wir vor allem die Wohnsituation und das Wohnumfeld der Menschen zu verbessern", erklärt Claudia Bickel (Foto: Kontaktzentrum), Leiterin der Gemeinwesenarbeit. Zur Verbesserung der Wohnsituation habe sich auf der Folsterhöhe einiges getan, aber aktuell stehen noch zwei Häuser zur Sanierung aus. "Ein Thema bei der Bewohnerversammlung im Mai wird auch die Müllverwiegung in der Hochhaussiedlung Folsterhöhe sein", sagt Bickel. Träger des Kontaktzentrums Folsterhöhe ist der Cartitasverband.

Stadtteilbüro Alt-Saarbrücken: "Gleiche Verhältnisse für alle Menschen ist das Konzept in Alt-Saarbrücken", sagt Thomas Hippchen (Foto: Hippchen), Einrichtungsleiter. Wichtig ist hier vor allem der Erhalt der Nahversorgung in Alt-Saarbrücken. Das Stadtteilbüro arbeitet auch daran, den Stadtteil mit Leben zu füllen. Träger des Stadtteilbüros Alt-Saarbrücken ist die Paritätische Gesellschaft für Gemeinwesenarbeit.

Stadtteilbüro Malstatt: "Mit dem Hintergrund, dass Malstatt der Stadtteil mit dem höchsten Kinderanteil ist, haben wir besonders den Schwerpunkt Kinder und Familie ausgebaut", erklärt Frank Schmitz (Foto: Leidinger-Weisang), Mitarbeiter in der Gemeinwesenarbeit. Ein neuer Schwerpunkt ist aber auch die Stadtteilentwicklung in Malstatt. Schmitz sieht das Stadtteilbüro Malstatt sogar als Vorreiter der Stadtteilentwicklung unter Einbezug der Bevölkerung. Träger des Stadtteilbüros Malstatt sind neben dem Diakonischen Werk die Landeshauptstadt und der Regionalverband.

Zukunftsarbeit Molschd: "Wir arbeiten besonders an unserem großen Frauenbeschäftigungsprojekt ZAM", sagt Heike Neu (Foto: Lorscheider), Sozialarbeiterin in der Gemeinwesenarbeit. Zukunftsarbeit Molschd bietet Frauen die Möglichkeit, mit Ein-Euro-Jobs zum Beispiel im Secondhandladen"Pippi Langstrumpf" zu arbeiten. Dabei beugen sie Langezeitarbeitslosigkeit und sozialer Ausgrenzung vor. Durch die Arbeitserfahrung bekommen die Frauen einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt. "Der Verein versteht sich als Adapter zwischen dem Lebensfeld und der Politik", erklärt Neu. Die Zukunftsarbeit will für ihre Bürger da sein.