1. Saarland

Hilfe nur einen Mausklick entfernt

Hilfe nur einen Mausklick entfernt

St. Wendel. Für Dr. Jörg Fleischer ist die Anschaffung des neuen Teleradiologiesystems eine zukunftsweisende Entscheidung; "denn mit der neuen Plattform können wir grenzenlos Experten erreichen", freut sich der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie des Marienkrankenhauses St. Wendel. Mitte 2011 wurde das Haus zum regionalen Traumazentrum ernannt

St. Wendel. Für Dr. Jörg Fleischer ist die Anschaffung des neuen Teleradiologiesystems eine zukunftsweisende Entscheidung; "denn mit der neuen Plattform können wir grenzenlos Experten erreichen", freut sich der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie des Marienkrankenhauses St. Wendel.Mitte 2011 wurde das Haus zum regionalen Traumazentrum ernannt. In der Vorbereitung auf diese Zertifizierung, hat das Marienkrankenhaus das Röntgensystem digitalisiert. "Wir haben uns für eine Software entschieden, die im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie entwickelt wurde", so Harald Rupp. Der Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie hat diese Umstellung begleitet und ist wie Dr. Fleischer von den Möglichkeiten dieses neuen Systems begeistert, denn das Haus ist dadurch bundesweit mit allen Traumazentren, die auf der gleichen Basis arbeiten, vernetzt.

Für die alltägliche Praxis bedeutet das, dass "wir sehr schnell und ohne Zeitverlust die Zweitmeinung eines Spezialisten einholen können", berichtet Rupp. Kommt ein schwerstverletzter Patient ins Haus, dann beginnt sofort die Diagnostik und Behandlung.

Bei sogenannten Traumapatienten spiele der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle, denn je früher die Behandlung einsetzt, umso besser ist ihre Überlebenschance. Bei einer unklaren Diagnostik oder bei komplizierten Verletzungen nehmen die Ärzte jetzt mit wenigen Mausklicks Kontakt zu einem Experten zum Beispiel in der Uniklinik Homburg auf.

"Wir diskutieren die Bilder und beraten, welche Therapie angezeigt ist", so Rupp. Das kann allerdings auch bedeuten, dass der Patient in ein anderes Zentrum verlegt wird, weil er dort von Spezialisten behandelt werden kann. Im Falle einer solchen Notfallverlegung stehen die notwendigen Informationen wie die Röntgenbilder und Aufnahmen aus dem Computertomographen (CT) der Zielklinik direkt zur Verfügung, und das Haus kann noch vor Eintreffen des Patienten alles für die sofortige Weiterbehandlung vorbereiten. Vor allem wenn Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen eingeliefert werden, nutzen die Ärzte die Teleradiologie. "Da es in unserem Haus keine neurochirurgische Abteilung gibt, nehmen wir auf diesem Weg sofort Kontakt zu einem Neurochirurgen auf, schicken ihm die Röntgen- und CT-Bilder und planen mit ihm die weitere Therapie", erläutert Rupp.

Damit diese moderne Technik im Marienkrankenhaus überhaupt genutzt werden kann, mussten zuvor die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Das Haus brauchte eine neue leistungsfähige Internetleitung, die für den sekundenschnellen Transfer solch großer Datenmengen ausgelegt ist. Mit tatkräftiger Unterstützung der EDV wurde eine Plattform geschaffen, die es jetzt sogar erlaubt, dass sich die Ärzte von ihrem eigenen PC zu Hause in das System einloggen.

"Das bietet den Ärzten im Notdienst eine zusätzliche Sicherheit", so Rupp. Sie können jederzeit mit ihren Kollegen Kontakt aufnehmen. Mit Hilfe eines sogenannten Token, der auf Knopfdruck eine hinterlegte Nummer generiert, können sie sich in das Programm einwählen und Röntgenbilder beurteilen. Die Software verfügt übrigens über einen sehr hohen Sicherheitsstandard, damit der Datenschutz auch bei der bundesweiten Anwendung gewährleistet ist. red