Hilfe für Straßenkinder in Brasilien

Hilfe für Straßenkinder in Brasilien

Brotdorf. Ein besseres Leben für die Straßenkinder von Pelotas - dafür hat sich Pater Karl "Carlos" Johannes aus Brotdorf im tiefen Süden Brasiliens fast ein ganzes Leben lang eingesetzt. Und Marlies Marxen aus Brotdorf unterstützt sein Lebenswerk - seit dem Tod des Priesters, der im Februar seinen 100. Geburtstag feiern würde

Brotdorf. Ein besseres Leben für die Straßenkinder von Pelotas - dafür hat sich Pater Karl "Carlos" Johannes aus Brotdorf im tiefen Süden Brasiliens fast ein ganzes Leben lang eingesetzt. Und Marlies Marxen aus Brotdorf unterstützt sein Lebenswerk - seit dem Tod des Priesters, der im Februar seinen 100. Geburtstag feiern würde. Die 72-Jährige sammelt Spenden für die Kinderheime, die der Pater in der südamerikanischen Großstadt gegründet hatte. Im Februar fliegt sie zu einem Festgottesdienst in der örtlichen Kathedrale, mit dem "padre Carlos" am 25. Februar geehrt wird.Dort war der am 25. Februar 1913 in Brotdorf geborene Geistliche 1946 zum Priester geweiht worden. Schon 1930 war er nach Brasilien gegangen. Nach 25 Jahren in Brasilien kehrte er in die Heimat zurück, war Pfarrer in Tünsdorf und Saarhölzbach. Doch 1982 zog es ihn nach Pelotas zurück. "Er war ein Mann, der immer positiv war, und dem das Wohl der Kinder von Pelotas das wichtigste war", erzählt Marxen, die den Pater schon als Jugendliche kennenlernte, da er ein guter Freund ihrer Mutter war. Zu Besuch in Brotdorf sei er für sie immer "Onkel Karl" gewesen, während er "da unten in Pelotas schon eine Legende war". Denn der Pater war sehr engagiert. "Neben Kirchbau, Altenheimen, Hilfe im Krankenhaus und anderen Einrichtungen galt seine größte Sorge den Straßenkindern", erzählt die Frau, die die Arbeit des Paters seit seinem Tod 2004 unterstützt. Vor allem die vier Kinderheime, die Pater Carlos in Pelotas gründete. 450 Kinder, die aus den Armenvierteln am Rande der Stadt stammen, werden darin betreut - auch, weil Marlies Marxen in Brotdorf die Spendentrommel rührt. "Ich spreche Freunde, Bekannte und Einrichtungen im Ort an. Ich bemühe mich, zu helfen", sagt die Brotdorferin. Im Sinne des Paters, "dessen ganzes Bestreben es war, Kinder aus der Armut zu holen, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Mit Spenden aus der Heimat konnte er vieles verwirklichen" - und das soll so bleiben. Spenden-Quittungen bekommt Marlies Marxen von einer Vertrauten aus Pelotas, die den Pater gut kannte. "So können die Spender genau sehen, dass jeder Cent ankommt".

Marlies Marxen fliegt im Februar zum sechsten Mal nach Pelotas, um Pater Carlos' Kinder, Helfer und Freunde zu besuchen - und zu sehen, was vor Ort nötig ist. Oft fehlten "ganz selbstverständliche Dinge" wie warme Decken oder Medikamente, "die Armut vor Ort ist groß".

Ebenso die Verehrung der Menschen für den Pater aus Brotdorf - auch noch fast zehn Jahre nach dessen Tod. Im Oktober 2004 starb der Geistliche, mit 91 Jahren. Zum 100. Geburtstag erinnert die Stadt Pelotas mit einem Gottesdienst an den Geistlichen aus Brotdorf. Marlies Marxen und Roland Hoffmann werden dabei sein - und die Spenden aus Carlos' Heimat übergeben. " Er war ein Mann, dem das Wohl der Kinder von Pelotas das wichtigste war."

Marlies Marxen

über Pater "Carlos"

Auf einen Blick

Spenden für die Straßenkinder von Pelotas nimmt Marlies Marxen jederzeit entgegen. Unter dem Kennwort "Straßenkinder" ist ein Spendenkonto eingerichtet, Kontonummer 212092 bei der Sparkasse Merzig-Wadern (BLZ 59351040).

2004: Pater "Carlos" mit den Kindern von Pelotas. Foto: Marxen.

Die Pfarrei St. Maria Magdalena Brotdorf sammelt in ihrem Hochamt am Sonntag, 17. Februar, für die Kinder in den vier Heimen, die Pater "Carlos" gründete. Spenden nimmt auch das Pfarrbüro an. kes