1. Saarland

Hilfe für Frösche, Kröten und Molche

Hilfe für Frösche, Kröten und Molche

Die Nabu-Ortsgruppe Köllertal war wieder bei Amphibienwanderung zwischen Püttlingen und Völklingen im Einsatz.

Das Jahr 2017 brachte mit 708 aufgefangenen und transportierten Amphibien einen Anstieg gegenüber 286 Fröschen, Kröten und Molchen in 2016. Diese nicht mal 300 Tiere des vorigen Jahres waren der bisherige Minusrekord. Im Jahr 2015 waren es 829, und im Jahr 2014 purzelten 614 Tiere am Schutzzaun zwischen Püttlingen und Völklingen in die eingegrabenen Eimer. Seit 2007, als noch mehr als 2000 Lurche transportiert wurden, geht die Anzahl dennoch kontinuierlich zurück - eine Tendenz, die auch an anderen saarländischen Fangstellen zu beobachten ist: Das berichtet die Nabu-Ortsgruppe Köllertal.

Im Bereich des Wildparks Völklingen wird an der stark befahrenen Landstraße seit 20 Jahren ein Schutzzaun errichtet und seit 2015 von Mitarbeitern der Nabu-Ortsgruppe Köllertal betreut. Rund 20 Helfer (darunter Angela Salm und Hendrik Woll, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Nabu Köllertal absolvieren) waren im März morgens im Einsatz, um die 619 Frösche, 59 Kröten und 30 Molche einzusammeln und auf die andere Straßenseite zum Ablaichen zu bringen. Zum zweiten Mal wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Völklingen auch am Forstamt Völklingen ein Schutzzaun errichtet, um die zum Simschelweiher wandernden Kröten vor dem Überfahren zu schützen. Dort wurden 19 Frösche, 49 Kröten und zwei Molche gezählt. Die Stadt Püttlingen stellte zudem in der verlängerten Rittenhoferstraße einen Fangzaun auf, den Anwohner Nikolaus Jost betreute. Er brachte 58 Frösche und Kröten zu den Laichgewässern.

"Dass immer mehr Naturschützer uns unterstützen, freut uns sehr und lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen", sagt Projektleiter Franz Bund. Zudem war Anke Scherer täglich in der verlängerten und für den Autoverkehr gesperrten Von-der-Heydtstraße unterwegs. Dort waren es geschätzte 2000 Amphibien, die gefahrlos zum Ablaichen in den Absinkweiher wandern konnten.

Die Wanderung verlief an allen Stellen sehr gleichmäßig. Wegen der milden Nachttemperaturen waren nach Nabu-Angaben bereits Anfang März viele Frösche unterwegs. Es dauerte bis Anfang April, ehe die Kröten als letzte Wanderer zum Ablaichen kamen. Für die kommenden Jahre soll auch in der Von-der-Heydtstraße ein Schutzzaun errichtet werden. Dazu Bürgermeister Martin Speicher: "Durch die Sperrung und Sanierung der stark befahrenen Köllertalstraße wird sich der Verkehr mehr auf diese Umgehungsstraßen verlagern, so dass wir dort nicht sperren können."

Das wird für die Helfer erheblich mehr Arbeit bringen. "Wir werden sicher auch auf der Ritterstraße weitere Unterstützer finden, die uns beim Transport helfen werden", meint Bund aber zuversichtlich.

Die Helfer sind zu einem Grillfest am Gasthaus Zum Wildpark für Samstag, 6. Mai, eingeladen.