Hilfe aus Oberthal kommt vor Ort an

Hilfe aus Oberthal kommt vor Ort an

Oberthal/Tholey. Nach dem Motto "Reisen, die Welt entdecken und Gutes tun" besuchten Hans und Margret Müller aus Oberthal an Weihnachten das Kinderheim Abebech Gobena im äthiopischen Addis Abeba, wo sie eine Geld- und viele Sachspenden überreichten. Mit 130 Kilogramm Gepäck in vier großen Koffern startete Familie Müller von Frankfurt in Richtung Äthiopien

Oberthal/Tholey. Nach dem Motto "Reisen, die Welt entdecken und Gutes tun" besuchten Hans und Margret Müller aus Oberthal an Weihnachten das Kinderheim Abebech Gobena im äthiopischen Addis Abeba, wo sie eine Geld- und viele Sachspenden überreichten. Mit 130 Kilogramm Gepäck in vier großen Koffern startete Familie Müller von Frankfurt in Richtung Äthiopien. Die Ethiopien Airlines erlaubt, so Hans Müller, im Gegensatz zu anderen Fluggesellschaften die Mitnahme von Mehrgepäck.Der Besuch im Abebech-Gobena-Kinderheim wurde frühzeitig für Heiligabend organisiert. Freunde und Kollegen stellten Kinderkleidung, Spielzeuge und Schreibgeräte bereit. Die Oberthaler Kindergartenkinder spendeten mit Hilfe ihrer Eltern liebevoll verpackte Überraschungspakete für die äthiopischen Waisenkinder. Schulleiter Friedbert Becker und Hermann Josef Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Tholey, stockten die finanzielle Zuwendung auf, nachdem Margret Müller, Konrektorin an der ERS, beide im Vorfeld ihrer Reise über den Besuch im Waisenhaus informiert hatte. Dort war natürlich die Freude groß: T-Shirts, Blusen, Hosen, Zahnbürsten, Buntstifte, Bälle, Kuscheltiere, Puzzles, Spielzeugautos, Malkreide und vieles mehr wurden ausgepackt und mit großen Augen bestaunt.

Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gibt eine nur unzureichende medizinische Versorgung. Während in Deutschland auf einen Arzt etwa 340 Einwohner kommen, sind es in Äthiopien 100-mal so viele. Die Lebenserwartung liegt bei 48 Jahren.

Nur ein Fünftel der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Wasser. Insbesondere in den ländlichen Gegenden des großen Landes ist das Leben schwer und hart. Nicht allen Kindern ist der Besuch einer Schule möglich. Viele von ihnen legen einen Schulweg von zwei bis drei Stunden pro Strecke zurück. Dementsprechend hoch ist auch die Analphabeten-Rate. In Lalibela besuchte das Ehepaar Müller eine Schule, wo viele Kugelschreiber, Bleistifte und andere Schreibutensilien den Besitzer wechselten. Die Klassenstärken liegen bei 60 bis 80 Schülern. Es gibt kaum Anschauungsmaterial, von Medien und Büchern ganz zu schweigen.

Eine Reise ins afrikanische Äthiopien ist eine Reise in die Vergangenheit. Die Bauern bestellen ihre Felder mit einfachsten Holzpflügen. Die Familien wohnen zusammen mit Hühnern und Ziegen in bescheidenen Rundhütten. Die Menschen sind freundlich, aber zurückhaltend. Kulturell und landschaftlich ist das Land sehr interessant und reizvoll. Hans und Margret Müller kehrten mit leeren Koffern aber voller neuer Eindrücke aus Äthiopien zurück. red

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