1. Saarland

Hightech-Arbeit aus Illingen

Hightech-Arbeit aus Illingen

Illingen. "Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg", dieses Zitat stammt von Henry Ford, und es passt auf die Kooperation der beiden Illinger Unternehmen Zewe und Karo-san. Norbert Zewe und Werner Zimmer, Unternehmensgründer, haben, jeder auf seinem Gebiet, Hightech entwickelt

Illingen. "Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg", dieses Zitat stammt von Henry Ford, und es passt auf die Kooperation der beiden Illinger Unternehmen Zewe und Karo-san. Norbert Zewe und Werner Zimmer, Unternehmensgründer, haben, jeder auf seinem Gebiet, Hightech entwickelt. Die Firma Karo-san GmbH führt grabenlose, umweltschonende Kanalerneuerung durch. Gerade hat das innovative Unternehmen in der Feldstraße in Illingen ein Projekt abgeschlossen. Ein defekter, alter Kanal musste auf einer Länge von rund 20 Metern von der Straße bis zum nächsten Schacht erneuert werden. Früher rückten Bauarbeiter an, schaufelten einen Graben, stützten diesen gegen Erdrutsch ab, ein großer, langwieriger und teurer Aufwand. Bei dem von Werner Zimmer entwickelten und patentierten "Karo-san pipe-System" werden Kurzrohrmodule aus Polypropylen mit eigens entwickelter Muffenverbindung und Zugeinheit taktweise in den Altkanal eingezogen. Mit der gewaltigen Kraft von 60 Tonnen zieht ein so genannter Schachtburster die neuen Rohrteile durch den alten deformierten Kanal. Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach. Durch das alte Rohr wird ein Zuggestänge eingeschoben und das Rohrende der neuen Kunststoffmodule mit einer Baulänge von 500 Millimeter mittels einem Hightech-Kalibrierkopf verbunden. Durch Ziehen des Gestänges mit der hydraulisch betriebenen Zugmaschine (Schachtburster) wird das alte Rohr erschütterungsfrei mit dem Kalibrierkopf neu gerundet. Dabei wird das eingebrochene Material in das Erdreich zurück gedrückt und gleichzeitig mit dem angebauten Kalibrierkopf und dem neuen Rohr gleichzeitig taktweise (Rohrmodul für Rohrmodul) eingezogen. "Auch Sträucher und Bäume können ohne Beschädigung unterfahren werden", berichtet Werner Zimmer. Bei dem System können auch Neurohre mit einer Querschnittsvergrößerung eingezogen werden, erläutern die Fachleute. In Verbindung mit dem Horizontalbohrverfahren sei auch eine komplette Neuverlegung von Rohrleitungen möglich. Aufgabe der Firma Zewe sei es nun, so Zimmer und Zewe im Gespräch mit unserer Zeitung, die Arbeit im Unsichtbaren drei bis vier Meter unter der Erde durch eine kleine Spezialkamera, zu überwachen. "Die Qualitätssicherung während des Rohreinzuges erfolgt über unser selbst entwickeltes Kontroll-Messsystem", so Zimmer. Die Kombination zwischen TV-Überwachung und Messsystem garantiere dem Bauherrn den Erfolg der Baumaßnahme. Durch diese Überwachung werden mögliche Fehler ausgeschlossen. Somit ist eine lückenlose Qualitätssicherung gewährleistet. Die Firma Karo-san ist als erstes deutsches Unternehmen vom RAL-Güteschutz für dieses Verfahren zertifiziert worden. Bei dem neuartigen Verfahren ("Karo-san pipe-Verfahren") können bis zu 50 Prozent der Kosten gegenüber der offenen Kanalerneuerung eingespart werden. Eine Liste von Vorteilen hat Zimmer parat. So spreche neben der Kostenersparnis auch die Schonung wertvoller überirdischen Bebauung, und die geringe Verkehrsbehinderungen, weil keine Straßen beziehungsweise Wege mehr aufgerissen werden müssen. "Für das Verfahren spricht die geringe Behinderung des Verkehrs, weil keine Straßen mehr aufgerissen werden müssen."Werner Zimmer