1. Saarland

Hier stolziert der kecke Anton

Hier stolziert der kecke Anton

Nohfelden. "Er ist in ganz Nohfelden bekannt", sagt der 16-jährige Leon Bermes und meint damit sein gefiedertes Findelkind Anton. Die kecke Elster hatte mit einer Katze gespielt. "Oder umgekehrt", scherzt Leon. Die erste Begegnung zwischen Leon und Anton war im Freisener Naturwildpark

Nohfelden. "Er ist in ganz Nohfelden bekannt", sagt der 16-jährige Leon Bermes und meint damit sein gefiedertes Findelkind Anton. Die kecke Elster hatte mit einer Katze gespielt. "Oder umgekehrt", scherzt Leon. Die erste Begegnung zwischen Leon und Anton war im Freisener Naturwildpark. Dort absolvierte der Schüler gerade ein Praktikum, als die Katze der Elster gefährlich auf die Federn rückte. "Herr Broszeit hat den Vogel gerettet", sagt Leon. Der Name Anton sei ihm ganz spontan eingefallen. Er erinnerte sich daran, dass er mal von einem Raben gehört hatte, der von einem Menschen aufgezogen wurde, und der hieß ebenfalls Anton.Ganz unbeschadet hatte Anton den Kontakt mit der Katze nicht überstanden, und so nahm sich Leon der verletzten Elster an. "Wir haben von den Nachbarn einen Käfig geliehen", erinnert sich Leon. Das war der Tag, an dem Anton bei Familie Bermes einzog. "Uns war von vorneherein klar, dass wir ihn wieder auswildern wollen", sagt der 16-Jährige. Vom Käfig wechselte der heranwachsende Anton bald in eine Voliere, machte seine ersten Rundflüge nahe am Haus und dehnte die Ausflüge bald weiter aus. Zum Beispiel auch zum Nohfelder Sportplatz. "Es finden alle witzig, dass Anton gerne Fußball schaut." Auch wenn er schon mal haarscharf über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegt.

Einen gewissen Übermut Vierbeinern gegenüber hat sich Anton übrigens bewahrt. Gerne zwickt er Jack-Russel-Terrier Jacky ins Fell. "Einmal hat Anton Jacky ordentlich in den Hintern gepiekt", erinnert sich Leon. Das wollte die Hündin nicht auf sich sitzen lassen, doch jetzt, da Anton fliegen kann, hatte sie keine Chance auf eine Revanche.

Anton hat sich schnell an seine Menschen-Familie gewöhnt. "Am Anfang hat er sogar Antwort gegeben, wenn wir in gerufen haben", erzählt Leon. "Er hat gekrächzt und ist dann zu uns geflogen." Wenn Elster Anton mit seinem roten Ring am Fuß durch die Gegend flattert, hält er Ausschau nach ihm bekannten Menschen. So ist Leons Opa mal spazieren gegangen, als Anton plötzlich neben ihm herflog. "Er hat ihn ein Stück begleitet. Als das zu langweilig wurde, ist er wieder weggeflogen." Denn Anton braucht immer etwas Action.

Aber manchmal auch die Pflege in vertrauter Umgebung. Vor zirka einem Monat war Anton sehr krank, saß schwach in seinem Käfig. "Wir haben schon das Schlimmste befürchtet", sagt Leon "Aber dank der Tierärztin und der Pflege von Mama hat er es wieder geschafft." Inzwischen ist die Elster wieder fit und genießt ihre Ausflüge. Keine Frage, der junge Vogel ist flügge geworden. Das spürt auch Familie Bermes. Denn Anton hält sich jetzt viel im Neubaugebiet auf. Dort wird er durchgefüttert. "Es gibt dort weitere Elstern", weiß Leon. Ob sein Anton Anschluss in einer Elstergruppe gefunden hat, kann der Schüler nicht mit Sicherheit sagen. "Es ist schade, dass er nicht mehr so oft zu uns kommt. Aber wir finden es auch gut, wenn er alleine zurecht kommt." Und vielleicht bleibt Anton ja dauerhaft in Nohfelden und besucht seine Menschen-Familie Bermes. Leon jedenfalls hat gezeigt, dass er ein Händchen für Tiere hat. Aus dieser Leidenschaft soll auch mal ein Beruf werden. "Ich würde gerne Tierarzt werden", erzählt Leon. "Es finden alle witzig, dass Anton gerne Fußball schaut."

Leon Bermes (16)