Hier ist man wieder auf dem Holzweg

Hier ist man wieder auf dem Holzweg

Einst hatte die Stadt Saarbrücken nicht mehr vor, die alte Fußgängerbrücke am Netzbachweiher zu erneuern. Doch zum Erstaunen vieler gibt es sie wieder. Und zur Freude der Menschen, die hier Erholung suchen.

Saarbrücken/Fischbach. Der Netzbachweiher zwischen Fischbach und Saarbrücken, direkt am Eingang zum Urwald, ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Und das zu jeder Jahreszeit. Jetzt, wo die Temperaturen steigen, pilgern vor allem an den Wochenenden viele Menschen ins Netzbachtal, spazieren um den Weiher und machen Rast im Gasthaus "Seeblick".Seit einigen Tagen führt eine neue Holzbrücke über den Ablauf des Weihers direkt zum Gasthaus. Sie riecht immer noch nach frischer Farbe. Dass die alte und marode Brücke abgerissen und durch eine neue ersetzt wurde, freut die vielen Naherholungsuchenden, allen voran Hermann Kreis aus Brefeld. Er, der bei schönem Wetter oft mit dem Motorrad oder dem Fahrrad am Netzbachweiher Station macht, hat sich dafür eingesetzt, dass die neue Brücke überhaupt gebaut wurde. Bereits im Juli 2008 machte das Sulzbacher Stadtratsmitglied auf den schlechten Zustand der alten Brücke aufmerksam. Damals erfuhr er, dass die Brücke vom Amt für Grünanlagen der Landeshauptstadt abgerissen und durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt werden sollte. Dies bestätigte damals Stadtpressesprecher Thomas Blug. Er bezifferte die Materialkosten auf 17 000 Euro. Doch nach einem Jahr war noch nichts passiert.

Hermann Kreis wurde wieder tätig und bekam dann zu seiner großen Überraschung von Bürgerreferent Robert Mertes zu hören, dass die Brücke zwar abgerissen, aber nicht mehr ersetzt werden sollte. Stattdessen sollte der Weg über den Überlauf des Weihers begehbar gemacht werden. Für Hermann Kreis war dieses Ansinnen der Stadt ein Unding. Er versprach, dass er sich weiter für eine neue Brücke einsetzen und das Ganze im Auge behalten wolle. Als dann vor wenigen Wochen eine neue Brücke installiert wurde, da staunte er nicht schlecht und zeigte sich hoch erfreut. Im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung macht der Sulzbacher Kommunalpolitiker deutlich: "Ich bin froh, dass es beim Amt für Grünanlagen wohl ein Umdenken gegeben hat. Die neue Brücke ist prima und sicher die bessere Lösung." Auch Dieter Born, der Pächter der Gaststätte "Seeblick", freute sich über den neuen Zugang zu seinem Lokal. "Ich habe bisher nur positive Reaktionen von Gästen und Spaziergängern gehört", erzählt er. Nach Angaben der Stadtpressestelle der Landeshauptstadt hat das Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft das rund 35 Meter lange Bauwerk errichtet. 12 300 Euro hat es gekostet.

Jetzt brennt Hermann Kreis aber noch eine Sache auf den Nägeln: Es müsste noch in der Höhe des Parkplatzes ein Zebrastreifen oder eine Querungshilfe eingerichtet werden. Denn: Das Überqueren der Straße sei vor allem für Ältere und Gebehinderte sowie für Rollstuhlfahrer gefährlich. Und vielleicht könnte man auch noch die Bürgersteige auf beiden Seiten der Straße vor dem Netzbachweiher absenken, regt der Sulzbacher an.