1. Saarland

Hier herrscht noch echte Dorfgemeinschaft

Hier herrscht noch echte Dorfgemeinschaft

Brefeld. Mit 470 Einwohnern ist Brefeld der kleinste der sechs Sulzbacher Stadtteile. Die Wohnsiedlung mit einigen Firmen liegt im nordwestlichen Stadtgebiet. Ein besonderes Schmuckstück des Ortes ist die kleine Kirche St. Pius. Sie gehört zur katholischen Pfarrei St. Marien Hühnerfeld und Herz Jesu Altenwald. Früher war das Gotteshaus ein Pferdestall der Grube Brefeld

Brefeld. Mit 470 Einwohnern ist Brefeld der kleinste der sechs Sulzbacher Stadtteile. Die Wohnsiedlung mit einigen Firmen liegt im nordwestlichen Stadtgebiet. Ein besonderes Schmuckstück des Ortes ist die kleine Kirche St. Pius. Sie gehört zur katholischen Pfarrei St. Marien Hühnerfeld und Herz Jesu Altenwald.Früher war das Gotteshaus ein Pferdestall der Grube Brefeld. Das Gebäude ist das einzige übriggebliebene Relikt, das an die Bergbau-Vergangenheit des Ortes erinnert.

An der Kirche war nun auch der Treffpunkt für den Fototermin der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter". 13 Personen gruppierten sich an der Kohlenlore, die direkt am Gotteshaus steht.

Auch Jutta und Bernd Kuckartz waren gekommen und hatten ihre drei kleinen Hunde mitgebracht. Seit vier Jahren lebt das Ehepaar in Brefeld. "Wir schätzen den dörflichen Charakter und gleichzeitig die Nähe zur Stadt", erklären beide. "Man kennt sich. Die Nachbarn sind nett. Wir helfen uns gegenseitig", ergänzt Jutta Kuckartz. "Hier ist alles sehr sauber. Jeder sorgt dafür in seinem Umfeld", unterstreicht Bernd Kuckartz und berichtet freudig: "Jeden Samstag gegen 10.30 Uhr treffen sich die Männer und kehren vor ihren Häusern."

Und noch einen großen Vorteil des Wohnortes Brefeld hat Kuckartz ausgemacht: "Da wir von Wald umgeben sind, haben wir ein angenehmes Klima."

Als Manko des kleinsten Sulzbacher Stadteils werten beide, dass es keine Geschäfte gibt. Allerdings seien die Läden in Hühnerfeld und Sulzbach in wenigen Minuten zu Fuß gut zu erreichen.

Hermann Kreis ist in Brefeld aufgewachsen. Als 1961 sein Vater hinsichtlich seiner Arbeit von der Grube Jägersfreude verlegt wurde, zog die Familie in den Sulzbacher Stadtteil. Seit einigen Jahren wohnt Kreis in einem ehemaligen Bergarbeiterhaus. "Die Pläne dafür stammen aus dem Jahr 1903", erzählt er. Hermann Kreis ist begeistert von der ruhigen Lage - ohne Durchgangsstraße. "In Brefeld muss man sich einfach wohlfühlen", ist er wie viele andere Leute überzeugt.

Im April 1872 wurde mit dem Abteufen zweier Schächte durch Bergleute der Grube Sulzbach in Brefeld der Grundstein zur Grube Brefeld gelegt. 1908 wurde der neue Pferdestall in unmittelbarer Nähe der Hauptförderschächte errichtet. Die Grubenverwaltung übernahm die bisher von Unternehmen geführte Pferdeförderung. Bis 1919 entstanden in Brefeld 27 sogenannte Beamtenwohnhäuser. Alle waren mit einer kleinen Gartenparzelle ausgestattet.

In den 50er Jahren errichtete die Bergverwaltung in Brefeld noch doppelstöckige Mietwohnhäuser, die heute von einer Stiftung verwaltet werden. 1935 wurden die Gruben Brefeld und Camphausen durch die Saargrubenverwaltung zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt, aber die Flöze der Grube Brefeld wurden seit 1942 nicht mehr weiter abgebaut. Dies geschah erst wieder, als die Privatgrube Brefeld 1956 die Abbaugenehmigung für die Flöze erhielt. 1962 war der letzte Fördertag, alle Zugänge wurden verfüllt und 1966 wurde das Feld der früheren Grube Brefeld abgedämmt.

Seit vielen Jahren hat im Übrigen die türkische Gemeinde Sulzbach und Umgebung ihren Sitz in dem Sulzbacher Stadtteil. In der Gantestraße ist die Moschee. Das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in Brefeld funktioniert reibungslos, wie immer wieder zu erfahren ist.

Auf einen Blick

Das Gruppenfoto der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" gibt es im Internet zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 99 Cent.

 Im vergangenen Jahr gab es in Brefeld für die Jungen und Mädchen des kleinen, feinen Sulzbacher Stadtteils eine Straßen-Malaktion, die sehr gut angenommen wurde. Foto: Andreas Engel
Im vergangenen Jahr gab es in Brefeld für die Jungen und Mädchen des kleinen, feinen Sulzbacher Stadtteils eine Straßen-Malaktion, die sehr gut angenommen wurde. Foto: Andreas Engel

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