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Hier hängt der Traktor in der Luft

Hier hängt der Traktor in der Luft

Güdesweiler. In einer Höhe von zwölf Meter hängt ein Traktor der Marke Kramer an einem Seil eines Autokrans über dem Angelweiher. "Aus Platzgründen müssen wir die Schlepper in die Luft hängen", scherzt Mike Seibert von den Güdesweiler Schlepperfreunden. Doch viel fehlt dazu nicht mehr, denn das Gelände rund um die Weiheranlage ist mit Schleppern und Bauwagen restlos zugestellt

Güdesweiler. In einer Höhe von zwölf Meter hängt ein Traktor der Marke Kramer an einem Seil eines Autokrans über dem Angelweiher. "Aus Platzgründen müssen wir die Schlepper in die Luft hängen", scherzt Mike Seibert von den Güdesweiler Schlepperfreunden. Doch viel fehlt dazu nicht mehr, denn das Gelände rund um die Weiheranlage ist mit Schleppern und Bauwagen restlos zugestellt. "Damit wir genügend Stellplätze haben, stellen uns Landwirte ihre Wiesengrundstücke zur Verfügung", nennt Seibert einen weiteren wichtigen infrastrukturellen Aspekt. 250 Schlepperfahrer waren aus dem ganzen Land, aus Rheinland-Pfalz und sogar aus dem Schwarzwald mit ihren Stahlrössern nach Güdesweiler gekommen. Bereits eine Woche vor der Traktor-Party haben einige ihre zum Schlafdomizil umgebauten Bauwagen abgestellt. "Ich gehöre hier zum harten Kern und campiere immer auf meinem Stammplatz", sagt Gebhard Schwarz aus Urexweiler. Seine beiden restaurierten Bulldogs, Marke Ferguson aus den 1950er Jahren, gehören mit zu den vielen ausgestellten Hinguckern. Vertreten sind alle Marken samt ihren Tücken und Mucken.An jedem Kotflügel sind Besucher und Besitzer in Benzingespräche vertieft. Nur Joachim Wilhelm aus Lockweiler lässt mechanisch rohe Kräfte walten und demonstriert mit einer Spaltervorführung die Brennholzherstellung auf moderne Art. Denn in erster Linie ist es die Geselligkeit und die Begegnung, die dem Schleppertreffen seinen Stempel aufdrückt. "So einen schönen Angelsee haben wir nicht", schwärmt Josef Brandstetter aus Bottenau bei Offenburg. Um die Idylle und das Flair im nördlichen Saarland zu genießen, saß er acht Stunden auf dem Bock und hat mit seinem 1951er Orenstein & Koppel-Gefährt insgesamt 170 Kilometer zurückgelegt. "Zu uns kommen viele befreundete Clubs, weil wir mit ihnen intensiv den Kontakt pflegen und auch deren Treffen besuchen", erzählt Seibert. So wechseln sich die Güdesweiler Schlepperfreunde, mit den befreundeten Bulldogfreunden aus Gusenburg, im Zwei-Jahres-Rhythmus mit der Organisation des Treffens ab. "Anders ist der immense Aufwand nicht zu stemmen und passt so optimal in den Veranstaltungskalender der vielen Treffen", erläutert Seibert. Ohne das tolle Engagement der Vereine aus Güdesweiler, oder der Feuerwehr Oberthal sei eine Veranstaltung in einer derartigen Dimension nicht zu realisieren. Richtig gefeiert wird in den Abendstunden im "Parc fermé" auf dem Kiesplatz an der Weiheranlage. "So viele Besucher wie in diesem Jahr hatten wir noch nie", jubelt Seibert.

In Güdesweiler parkt ein Traktor in luftiger Höhe.

Die besten Partyhits serviert musikalisch dazu die Band HSG pure rock. Der heimische Entertainer Timo Backes bringt das, was alle denken, auf den Punkt: "An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit", covert der Barde die Stadionhymne der Toten Hosen. Dem stimmen die veranstaltenden Schlepperfreunde Güdesweiler und der Förderverein des Angelsportvereins ohne Widerspruch zu.