Hier gibt's kaum Standorte für die Windkraft

Sulzbach. "Regionalverband 21" klingt nicht gut. Aber nicht nur deshalb will dieser die Bürger rechtzeitig in den Prozess der Erstellung eines Flächennutzungsplans einbinden, der mögliche Standplätze für Windkraftanlagen (Zwei- oder Dreimegawatt-Anlagen von bis zu 200 Metern Höhe) hervorbringen soll

 Das Thema Windkraft rückt auch in unserer Region immer näher. Foto: Ebener/dpa

Das Thema Windkraft rückt auch in unserer Region immer näher. Foto: Ebener/dpa

Sulzbach. "Regionalverband 21" klingt nicht gut. Aber nicht nur deshalb will dieser die Bürger rechtzeitig in den Prozess der Erstellung eines Flächennutzungsplans einbinden, der mögliche Standplätze für Windkraftanlagen (Zwei- oder Dreimegawatt-Anlagen von bis zu 200 Metern Höhe) hervorbringen soll. Um nicht - wie beim Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" - auf verspäteten Unmut in der Bevölkerung zu stoßen, informiert der Regionalverband (RV) schon jetzt öffentlich. Am Mittwochabend war RV-Vertreter Dieter Bülte Gast in der Sulzbacher Aula und stellte dort den aktuellen Planungsstand und das weitere Vorgehen vor.Demnach haben sich die Flächen im RV, auf denen man laut "Windpotenzialstudie Saarland 2011" eine oder mehrere Windkraftanlagen errichten könnte, deutlich reduziert. Zu den Belangen, die dazu führen, gehören verschiedene Mindestabstände zu Wohnhaus-Siedlungen (650 Meter) oder zu Einzelgebäuden (425 Meter). Außerdem müssen Belange des Artenschutzes, der Flugsicherheit und des Bergbaus beachtet werden. Die beiden letztgenannten Punkte spielen auch im Sulzbachtal eine Rolle. Laut Windpotenzialstudie gäbe es in Sulzbach acht Einzelflächen für den Bau einer Windkraft-Anlage, in Quierschied drei und in Friedrichsthal zwei. Die Stadt Saarbrücken, zu der auch die Flächen von Dudweiler gerechnet werden, hätte derer 50.

Nach Abzug der durch die genannten Belange ermittelten "Tabuzonen" bleiben in Sulzbach drei Flächen im Bereich des "Fuchsenbruchs" und "Am Grenzstein" zwischen Altenwald und Elversberg (8,24 Hektar), in Friedrichsthal eine im Bereich der Erkershöhe an der Grenze zur Gemeinde Schiffweiler (15,26 Hektar) und in Quierschied keine übrig. In Dudweiler blieben Potenziale im Waldgebiet hinter dem Wildpark an der Universität und in einem Waldstück in der Nähe von Herrensohr.

Dass auch die verbleibenden Standorte in Sulzbach wegen "öffentlicher Belange" komplett wegfallen könnten, liegt daran, dass es sich um Landschaftsschutzgebiete handelt. Nach derzeitiger Rechtslage zählen diese auch zu den Tabuzonen. Es sei denn, das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz gibt einzelne Gebiete für die Errichtung von Windkraftanlagen frei. Inwiefern diese Gebiete genutzt werden könnten oder nicht, steht derzeit noch nicht fest.

In den Flächennutzungsplan des RV sollen auch die Erkenntnisse aus einem Forschungsprojekt einfließen, das von der Technischen Universität Dortmund derzeit durchgeführt wird. Hier soll durch eine Mischung aus Bevölkerungs-Befragung und dem Anwenden moderner Computersoftware möglichst objektivierbar ermittelt werden, inwiefern Windkraftanlagen Einfluss auf das Landschaftsbild nehmen könnten. Auch hierzu wurden am Mittwoch erste Erkenntnisse präsentiert.

Auf einen Blick

Etwa 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich am Mittwochabend in der Sulzbacher Aula eingefunden und den Rednern ihre Rückmeldung gleich vor Ort gegeben. Der Regionalverband hatte vor der Veranstaltung ausdrücklich um Feedback per Telefon oder E-Mail gebeten. Alle Infos zum Thema können im Internet (www.rvsbr.de) heruntergeladen werden. Zu finden sind die PDF-Dateien unter dem Punkt "Regionalentwicklung aktuell". zen

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