Heute sammelt Alexander Schweitzer nur noch Fotos

Heute sammelt Alexander Schweitzer nur noch Fotos

Primstal. "Früher dachte ich immer, ich höre auf zu sammeln, wenn ich den hier gefunden habe", berichtet Alexander Schweitzer und deutet auf einen präparierten Schmetterling in einer Wand-Vitrine. Es ist ein Windenschwärmer mit einer auffälligen Zeichnung. Die Vorderflügel sind graubraun-marmoriert, der Hinterleib rot-schwarz geringelt

Primstal. "Früher dachte ich immer, ich höre auf zu sammeln, wenn ich den hier gefunden habe", berichtet Alexander Schweitzer und deutet auf einen präparierten Schmetterling in einer Wand-Vitrine. Es ist ein Windenschwärmer mit einer auffälligen Zeichnung. Die Vorderflügel sind graubraun-marmoriert, der Hinterleib rot-schwarz geringelt. "Aber dabei blieb es nicht", erklärt er und schmunzelt. Denn der zwölf Zentimeter große Nachtfalter reiht sich im Glaskasten an weitere 49 Präparate.Von Edelfaltern über Bläulinge bis hin zu Nachtfaltern - seit seiner Kindheit beschäftigt sich der 38-Jährige mit den filigranen Tieren. Damals habe er mit einem Freund auf einem im Wald gelegenen Platz Tennis gespielt. "Dort haben wir immer Schmetterlinge gesehen. Es hat Spaß gemacht, sie zu beobachten", erklärt der Berufsschulreferendar für die Fächer Gesundheit und Chemie. An den Wochenenden seien die beiden Freunde immer mit Schmetterlingsnetzen unterwegs gewesen, um die Falter einzufangen. Früher habe er auch selbst präpariert. So habe er die Tiere in einem Glas mit Aceton getötet. Danach habe er die Schmetterlinge auf einem Spannbrett fixiert, um die Flügel in eine schöne Form zu bringen.

"Damals hat der Sammeltrieb gesiegt. Da dachte man noch nicht darüber nach, was man tut", berichtet der studierte Biologe. Heute finde er es zwar schöner, die Falter nur durch Fotografieren für die Ewigkeit festzuhalten, dennoch möchte er seine Sammlung nicht missen. Rund zehn Jahre habe er benötigt, um an alle Exemplare zu gelangen. Stolz präsentiert der Primstaler seine Präparate in der rund 50 mal 50 Zentimeter großen selbst gebauten Holzvitrine. "Etwas Besonderes ist auch dieser Edelfalter hier - der Große Eisvogel." Er zeigt einen dunkelbraunen Schmetterling, dessen Flügel weiß und orange gefleckt sind. Es handele sich um den größten in Europa vorkommenden Tagfalter, der sehr selten gesichtet werde. "Doch neulich habe ich ihn während einer Wanderung durch Primstal noch einmal entdeckt", schwärmt der Schmetterlingsfreund. "Zuhause angekommen hat er von nichts anderem mehr erzählt", erzählt Schweitzers Ehefrau Tina und lacht. Dennoch verstehe sie die Sammelleidenschaft ihres Mannes. "Es ist ein interessantes Hobby. Außerdem kann er hier im Arbeitszimmer ja machen was er will", berichtet die 31-Jährige und deutet lachend auf verschiedene Gegenstände.

Neben der Sammel-Vitrine stapeln sich zahlreiche Bestimmungs- oder Forschungsbücher, Bilder und sogar ein gerahmtes Kartenspiel mit Falter-Motiven. Selbst der Nachwuchs scheint bereits von dem außergewöhnlichen Interesse angesteckt worden zu sein. "Unsere Tochter ist erst 22 Monate alt und beobachtet schon jetzt die Schmetterlinge im Garten und fragt neugierig nach", lobt Schweitzer. "Einfach ganz der Papa", sagt Tina Schweitzer und lacht. evr