1. Saarland

„Herausragendes Beispiel für gelebte Mitmenschlichkeit“

„Herausragendes Beispiel für gelebte Mitmenschlichkeit“

Seit vielen Jahren setzt sich die Homburger Gertrud Giesen für die Belange behinderter Mitmenschen ein, seit 2004 als Behindertenbeauftragte der Stadt. Gestern wurde sie für ihr Engagement von höchster Stelle ausgezeichnet.

Der saarländische Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Andreas Storm, hat gestern gleich an drei Frauen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Unter ihnen war auch Gertrud (Trudi) Giesen aus Jägersburg, die aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements das Verdienstkreuz am Bande erhalten hat.

"Mit ihrem Engagement gebührt Gertrud Giesen unsere besondere Hochachtung und Anerkennung", sagte Minister Storm in seiner Dankesrede. "Durch ihre hohe Einsatzbereitschaft, die sie bis heute fortsetzt, hat sie diese Auszeichnung mehr als verdient. Ehrenamtliche Leistungen, die lange Jahre uneigennützig und unter Zurückstellung eigener Interessen erbracht werden, sind ein herausragendes Beispiel gelebter Mitmenschlichkeit und Solidarität."

Die 71-Jährige war bis zu ihrer Pensionierung als Abteilungsleiterin "Innere Dienste" bei der Karlsberg-Brauerei in Homburg tätig und erhielt von ihrem Arbeitgeber stets Unterstützung und Verständnis, was ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten betraf. Im sozialen Bereich ergriff sie Maßnahmen und schuf Rahmenbedingungen zur Integration schwerbehinderter Menschen und ist seit dem Jahr 2004 Behindertenbeauftragte der Stadt Homburg.

Als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Erbach widmet sich Trudi Giesen mit großem Engagement der Betreuung älterer und gebrechlicher Menschen. Sie organisiert Nachmittage, um Seniorinnen und Senioren aus ihrer Einsamkeit herauszuführen und ihnen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Auch im sportlichen Bereich engagierte sie sich bei der Sportgemeinde Erbach ehrenamtlich - von 1976 bis 1982 als Hauptkassiererin und von 1976 bis 1978 als Schriftführerin.

"Ich bin sehr stolz und habe auch vor, die Medaille zu offiziellen Anlässen zu tragen", erzählt die in Jägersburg lebende Sozialdemokratin im Gespräch mit unserer Zeitung. "Meine Familie hat viel Verständnis für meine zeitaufwendigen Aktivitäten und unterstützt mich bei all meinen Vorhaben", verrät die gelernte Industriekauffrau.