Heizöl-Engpass treibt Preise hoch

Heizöl-Engpass treibt Preise hoch

St. Wendel. Die bislang anhaltende Kälte in Deutschland treibt die Nachfrage nach Heizöl in die Höhe. Hinzu kommt: Ein Großteil des Öls wird über Wasserwege transportiert, die Flüsse sind jedoch teils immer noch vereist. Vorratstanks, wie etwa im Trierer Hafen, sind fast leer. Ein Engpass ist zu spüren.Deshalb müssen im St

St. Wendel. Die bislang anhaltende Kälte in Deutschland treibt die Nachfrage nach Heizöl in die Höhe. Hinzu kommt: Ein Großteil des Öls wird über Wasserwege transportiert, die Flüsse sind jedoch teils immer noch vereist. Vorratstanks, wie etwa im Trierer Hafen, sind fast leer. Ein Engpass ist zu spüren.Deshalb müssen im St. Wendeler Land Kunden momentan tief in die Tasche greifen. Doch nicht nur das Wetter ist am aktuell hohen Preis schuld: Viele Verbraucher, auch im Landkreis, haben darauf spekuliert, dass die Preise im Februar fallen. Daher ließen sie nicht frühzeitig ihre Tanks füllen Doch dann sanken die Temperaturen rapide - und die Preise kletterten.

In vielen Haushalten sind die Tanks fast leer, einige haben gar kein Öl mehr. Die meisten Heizölhändler versorgen die Notfälle zuerst. Mit Lieferverzögerung muss der Kunde jedoch rechnen. Dies bestätigen Heizöllieferanten.

"Die Leute sind in Panik verfallen", sagt Bernd Jungblut von Jungblut Bau- und Brennstoffe aus Oberthal. Die Firma hat nach eigenen Angaben zwischen 1700 und 1800 Kunden im Landkreis. "Von 100 Anfragen in der vergangenen Woche waren 50 von Menschen, die kaum noch oder überhaupt kein Heizöl mehr haben", gibt Jungblut an. Aufgrund der prekären Lage in Trier bekomme er das Heizöl momentan aus Ludwigshafen. Dort müssten die Lastwagen bis zu drei Stunden aufs Befüllen warten. Seine Kunden warteten bis zu einer Woche. Notfälle hätten dabei Vorrang: "Jedoch verlangen wir keinen extra Aufschlag für die Anlieferung."

Die Lockweiler Firma Peter Schirra versorgt auch die nördlichen Gebiete des Landkreises mit Heizöl. Werner Zarth, kaufmännischer Angestellter, gibt an: "Pro Tag haben wir zwischen zehn und 15 Anrufer, die kein Heizöl mehr haben. Da der Trierer Hafen zu ist, kommt unser Öl aus Köln-Wesseling."

Auch die Firma Schirra versorgt Notfälle zuerst. Kunden, die noch Vorräte haben, rät Zarth, mit dem Kauf zu warten: "Die Preise sind einfach zu hoch."

Heiko Seibert leitet die St. Wendeler Niederlassung der süddeutschen Firma Schuster und Sohn. Seibert erläutert: "Zwar haben wir eine verstärkte Nachfrage, aber aufgrund unseres Lagervolumens keinen Engpass." Fünf Tankfahrzeuge belieferten bis zu 80 Kunden pro Tag. Das Heizöl komme überwiegend aus Ludwigshafen und Karlsruhe. Seibert sagt weiter, dass die Lieferzeiten bis zu drei Wochen betragen können, wobei Kunden, die kein Öl mehr haben, bevorzugt behandelt würden.

Der Preis beträgt zurzeit rund 94 Euro pro 100 Liter bei Abnahme von 3000 Litern. Zum Vergleich: Im Januar betrug er durchschnittlich 89 Euro.

Im Internet informiert eine Vielzahl von Anbietern über die aktuellen Preise. lk

"Die Leute sind in Panik verfallen."

Oberthaler Heizöllieferant Bernd Jungblut zur Nachfrage seitens der Kunden

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