1. Saarland

Heißes Rennen bei unterkühlten Temperaturen

Heißes Rennen bei unterkühlten Temperaturen

´1671 Läufer waren am Sonntag in der Stadt unterwegs. Gegen 15 Uhr begann dann die große Abschlussfeier mit Siegerehrung im Festzelt. Bis dahin sorgten Bands für Stimmung entlang der Strecke.

Stefan Feller aus Hoppstädten macht sich einen Spaß . . .
. . . wie dieser Läufer als überdeminesionale Cremeflasche.
Völlig erschöpft lässt sich der St. Wendeler Andreas Adelkamp fallen. Peter Kapitza (Oberthal) will ihm wieder aufhelfen.
Die Band Road to Paris heizen an der Marathonstrecke in Alsfassen Publikum und Sportlern ein.

Zum siebten Mal haben die Ausdauersportler für den Marathonlauf in der Kreisstadt die Schuhe geschnürt. Bei einer Außentemperatur von fünf Grad starten um neun Uhr 257 Marathonis durch die noch verschlafen wirkenden Straßen von St. Wendel. Abseits der City sind kaum Menschen auf den Gehsteigen. "Keep on running" (am Laufern halten) spielt Road to Paris in Alsfassen das Motto des Tages, eher um sich selbst in Schwung zu bringen, als mit Liedgut andere zu unterhalten. Die Band Prison Bound probt wie auf einem Abstellgleis unter der Bahnunterführung.

Eine Startnummer ist am schwarzen Priestergewand von Superintendent Gerhard Koepke nicht angeheftet. In der evangelischen Stadtkirche zelebriert er direkt neben Start und Ziel die Marathonmesse. Passend zur Kilometerzahl der Laufveranstaltung will der Superintendent in 42 Minuten den Gottesdienst feiern. "Lithurgien und Lieder sind auf das Thema Marathon abgestimmt", sagt Koepke. 90 Besucher stehen um zehn mit dem Kirchenmann an der Startlinie, dazu schweigen vor der Tür die beiden Streckenmoderatoren. Koepke verbindet in seiner Predigt Kirche und Sport. "Dabei soll es keine Konfrontationen geben", erklärt er. Zum Endspurt hin muss der Kirchenmann noch einmal anziehen, denn die 42-Minuten-Grenze naht. Mit ein paar Sekunden Verspätung beendet er die erste Marathonmesse.

Sofort ist wieder die Stimme von Karl-Heinz "Fips" Wagner vom Schloßplatz bis zum Bahnhof zu vernehmen. Der Marpinger Laufexperte kündigt den Sieger des Marathonlaufs an. Es ist der 23-jährige Richard Bett aus Kenia. Mit dem Preisgeld von bis zu 2000 Euro kann er in seiner Heimat, seine Frau und seine drei Kinder, wie rund 40 weitere Familienangehörige ein Jahr lang ernähren.

Bett startet wie seine drei Freunde aus Laufwunderland Kenia für das Sozialprojekt "run2gether". Seit sechs Jahren werden sie vom Österreicher Thomas Krejci betreut. "70 Prozent des Preisgeldes erhält der Läufer, 30 Prozent fließen ins Projekt", informiert Krejci. Die Flugkosten für das kenianische Laufquartett übernahm die veranstaltende Stadt.

Deren Event kommt dann erst ab elf Uhr mit dem Halbmarathon so richtig in Schwung. Es dauert über zwei Minuten, bis der Letzte der 1058 Teilnehmer nach dem Startschuss auf der Strecke ist. Vorher haben sich schon fast 400 Kinder, Schüler und Jugendliche beim Kids-Marathon auf den Kurs begeben. "Speziell in Deutschland verzeichnen Marathonläufe rückläufige Meldezahlen.", weiß Bürgermeister Klaus Bouillon. Stadtsprecher Thomas Wüst schätzt etwa 3000 Besucher. Kurz vor 15 Uhr sei , wie Fips Wagner sagt, noch ein Sportler unterwegs. Alle anderen feiern bereits im Zelt auf der Mott. Im Dort ist kein Platz mehr frei. > Seiten A 1, C 4 und D 3: weitere Berichte