1. Saarland

Heißer Streit um Zukunftspläne

Heißer Streit um Zukunftspläne

Fürstenhausen. Aus dem Seniorenheim, das ein privater Investor in der Fürstenhausener Ortsmitte errichten wollte, wird vorerst nichts - das hat der Völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) jüngst im SZ-Gespräch mitgeteilt

Fürstenhausen. Aus dem Seniorenheim, das ein privater Investor in der Fürstenhausener Ortsmitte errichten wollte, wird vorerst nichts - das hat der Völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) jüngst im SZ-Gespräch mitgeteilt. Und bei der Verlegung des Sportplatzes - sie war geplant, um Raum zu schaffen für den Landschaftspark, den der Bebauungsplan "Grünes Quartier mit Zukunft" vorsieht - gibt es Komplikationen. Es ist schwieriger als gedacht, einen neuen Ort dafür zu finden; und die Sportvereine in Fenne und Fürstenhausen zeigen sich wenig aufgeschlossen für die Idee, einen neuen Platz gemeinsam zu nutzen. Lorig will nun dem Stadtrat die Pläne neu zur Entscheidung vorlegen.Wie stehen Ratsmitglieder dazu, die dem Stadtteil verbunden sind? Norbert Degen, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fürstenhausen, plädiert dafür, den Sportplatz zu lassen, wo er ist - und für die Ortsmitte neue, "realitätsnahe" Pläne zu machen. Das Konzept eines "grünen Quartiers" lasse sich nicht umsetzen, "weil es keinen Finanzier gibt". Und weil Flächen einbezogen seien, die gar nicht zur Verfügung stünden, denn sie seien in Privatbesitz. Ein neuer Bebauungsplan müsse ohnehin her, da die evangelische Kirchengemeinde einen Kindergarten bauen wolle. Warum dann nicht den Fußballplatz integrieren in den Landschaftspark - oder dort statt des Parks ein Sportzentrum planen?, fragt Degen. Für die Bürger, meint er, sei nicht so wichtig, am "Grünen Quartier" festzuhalten: "Die Fürstenhausener wollen einfach, dass was passiert."

Das sieht Gisela Rink, CDU-Vorsitzende im Stadtteil und in der Stadt, anders. Das "Grüne Quartier" sei "mit starker und guter Bürgerbeteiligung" entwickelt worden, sagt sie. Wenn man es ändern wolle, müsse auch das mit den Bürgern besprochen werden. Und mit den Vereinen.

Dass die Sportvereine in Fenne und Fürstenhausen zusammenarbeiten, findet sie "sinnvoll". Das aber wollen die Vereine bisher nicht; und, sagt Rink, es sei "nicht hilfreich", eine Kooperation zu erzwingen. Sie sieht nach wie vor Chancen für das "Grüne Quartier" ("Niedrigenergiehäuser, das ist ein Thema."). Aber: "Wenn ich die schöne große Lösung nicht haben kann, muss ich über Alternativen nachdenken." Manfred Jost hingegen, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, sagt ohne Wenn und Aber: "Ich bin dafür, dass die Pläne umgesetzt werden. Das sind wir auch dem Stadtteil schuldig." Um neue Bewohner anzuziehen, "brauchen wir Attraktivität in der Ortslage", sagt Jost; "ohne den Landschaftspark wird das nichts" - dann werde es nur eine "ungeordnete Bebauung" geben. Der Sportplatz? "Es kann nur einen Platz geben, für beide Vereine", sagt Jost. Mehr könne die Stadt nicht leisten. Und wenn man das "Grüne Quartier" verwirklichen wolle, müsse der Platz woanders hin.

Die Frage sei nur, wie ernsthaft die Stadtverwaltung sich mit dem "Grünen Quartier" befasse. Jost mutmaßt, etwas bitter, dass das Konzept schon abgeschrieben sei. Aber angesichts dessen, was der Bergbau in Fürstenhausen angerichtet habe, seien Kommune und Regionalverband in der Pflicht. Und nicht zuletzt das Land: Vom Wirtschaftsministerium will Jost wissen, was mit der 100-Millionen-Euro-Strukturhilfe von der RAG-Stiftung geschieht. Ein Teil davon, fordert er, müsse in eine neue Infrastruktur für Fürstenhausen fließen.