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Porträt
„Sexy Rexy“ von der Saar

„Keine Frau ist so schlecht, dass sie nicht die bessere Hälfte eines Mannes werden kann“, pflegte Heinz Erhardt zu dichten. Bei der Saarbrückerin Rut Rex, die öfter mal für die Rolle der Sexbombe diverse Hüllen fallen ließ, wurde auch Heinz Erhardt alias Willi Winzig schwach – 1971 war's, in der Klamotte „Unser Willi ist der Beste“. Foto: dpa
„Keine Frau ist so schlecht, dass sie nicht die bessere Hälfte eines Mannes werden kann“, pflegte Heinz Erhardt zu dichten. Bei der Saarbrückerin Rut Rex, die öfter mal für die Rolle der Sexbombe diverse Hüllen fallen ließ, wurde auch Heinz Erhardt alias Willi Winzig schwach – 1971 war's, in der Klamotte „Unser Willi ist der Beste“. Foto: dpa FOTO: dpa
Saarbrücken/München. Schon der Name klingt nach Showbiz: Und Rut Rex kann in der Tat auf eine bunte Vita zurückschauen. Die Saarbrückerin hat in großen Musicals gesungen, Bücher geschrieben und war in Filmen – etwa mit Heinz Erhardt und Peter Alexander – als verführerische Blondine gefragt. Dieser Tage feierte sie ihren 85. Geburtstag. Kerstin Rech

Rut Kunzler, so ihr Mädchenname, kam vor 85 Jahren in Saarbrücken zur Welt. Welche Pläne ihre Eltern auch immer für ihre Tochter hatten, einer war sicher nicht dabei: der einer Bühnenkarriere. Doch genau dafür ist das Multitalent Rut Rex - den showträchtigen Nachnamen hat sie von ihrem ersten Mann, dem Luftwaffen-Offizier Gerhard Rex - bis heute bekannt. Heute lebt sie in München und blickt auf ein ziemlich kurvenreiches Leben zurück. Gefeiert hat sie ihren 85. Geburtstag übrigens gestern mit zwei Söhnen und fünf Enkeln am Tegernsee.



Der Start war nicht ganz so einfach: Die junge Rut durfte nämlich mit elterlicher Erlaubnis erst nach bestandener Aufnahmeprüfung für das Katharine-Weißgerber-Gymnasium (heute Gymnasium am Rotenbühl) Tanzunterricht nehmen. Aber danach legte ihr kaum einer mehr Steine in den Weg: Es folgte die Saarbrücker Schauspielschule. Wobei sich das Naturtalent nicht lange mit Unterricht aufhielt, sie durfte sofort die Prüfung ablegen.

Ende der 50er Jahre lernte Rex den Komponisten Peter Kreuder kennen. Er war so beeindruckt von ihr, dass er sie für verschiedene Musicals nach Wien holte. Es folgten Gastspiele in Berlin, wo Rut Rex unter anderem mit Zarah Leander in dem Musical "Madame Scandaleuse" auftrat. In Hamburg spielte sie 1962 mit Freddy Quinn im Musical "Heimweh nach St. Pauli".



Es dauerte nicht lange und auch die Filmindustrie entdeckte Rut Rex - dann war sie meist in der Rolle der verführerischen Sexbombe zu sehen; "Sexy Rexy" hieß sie fortan. So spielte sie 1960 in dem Operettenfilm "Im weißen Rössl" mit Peter Alexander . Und an der Seite von Heinz Erhardt drehte sie Anfang der 70er Jahre die Komödien "Was ist denn bloß mit Willi los?" und "Unser Willi ist der Beste".

In den 1960er und 1970er Jahren trat sie häufig auch als Diseuse mit Chansons auf, unter anderem mit beachtlichem Erfolg in der Carnegie Hall in New York. Sie nahm sieben Schallplatten auf, darunter "Rut Rex singt Erich Kästner ". Auch in der Fernsehshow "La belle epoque" war Rut Rex zu sehen. 1978 aber entschied sie sich, einen neuen Weg einzuschlagen, ihr Wissen an Jüngere weiterzugeben und Dozentin an der Musikhochschule Saarbrücken zu werden. 2001 veröffentlichte sie schließlich ihre Autobiografie "Mein Leben - ein Tanz". Auch so etwas wie ihr Lebensmotto.