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Protest gegen Bistumspläne
Schlagabtausch um Bistumsreform geht weiter

Trier. Initiative wehrt sich gegen Vorwürfe des Generalvikars.
Oliver Schwambach

Der Schlagabtausch mit Blick auf die geplante Reform des Bistums Trier geht unvermindert weiter. Nachdem kürzlich der Generalvikar des Bistums, Ulrich von Plettenberg, der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ vorgeworfen hatte, ihr Aufruf zum Protest gründe auf „Fehlinfomationen“ (wir berichteten), meldet sich jetzt wieder die Initiative zu Wort. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die geplante Auflösung von Kirchengemeinden zu verhindern. Das Bistum dagegen plant unter starkem Finanzdruck, von 2020 an 887 Pfarreien zu 35 Großpfarreien zusammenzufassen, die dann „Pfarreien der Zukunft“ heißen sollen.



Von Plettenberg behaupte „ohne jeden Beleg, dass der Aufruf zur Protestaktion auf Fehlinformationen beruhe“, wehrt sich jetzt die Initiative. Das einzig Neue, was der Generalvikar zu sagen habe, sei „ein erstmals präsentiertes sogenanntes Verwaltungsteam, das allerdings lediglich geplant sei und dessen Kompetenz, Ausgestaltung sowie Anbindung völlig offen sind“.

Die Initiative plädiert für Pfarreien nach dem Vorbild der Verbandsgemeinden, wie sie in Rheinland-Pfalz ohnehin in den Zivilgemeinden üblich seien. Man wolle „weiterhin über Kirchen, Pfarrheime, Vermögen und Liturgie nebst Diakonie mit gewählten Gremien vor Ort mitbestimmen können, solange die Gemeinden lebendig und aktiv sind“, heißt es in dem Schreiben der Initiative. Zudem bedauere man, dass man sich in dieser Weise auseinandersetzen müsse, „anstatt offen und frei mit allen über das zu sprechen, was sie angeht“.



Für den 20. Oktober hat die Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ zu einer Demonstration gegen die Reformpläne vor dem Trierer Dom aufgerufen.