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Kommentar
Politik ohne Ehrgeiz

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Professor Köehler mag für die Bekanntheit von ReFakt zu wenig getrommelt haben. Er gehört nicht zu den Lauten im Land, aber auch nicht zu den Besserwissis.

Umso schwerer wiegt seine Stillstand-Aussage. Die sich krasser formulieren lässt: Die Regierung verzichtet seit langem auf jedweden Ehrgeiz und Gestaltungswillen. Fehlendes Geld? Nein, mit Industriekultur lassen sich nun mal keine Wahlen gewinnen und kaum Sympathien. Das legte vor vier Jahren das Bürger-Desinteresse an der Bergbau-Ausstellung „Das Erbe“ (2013) nahe. Und auch für die Opposition ist das Thema tot, seit man damit keine Attacken mehr reiten kann wie einst, als die CDU mit der Industriekultur-Saar-GmbH (IKS) Schiffbruch erlitt. Doch die Brachen, Fördertürme und Fabrikhallen stellen jenseits ihres Erinnerungswertes ganz reale Anforderungen an die Lokalpolitik. Umso erschütternder der Befund, dass offensichtlich niemand die Kompetenz der HTW nutzt - die sogar ausbaufähig wäre. Doch statt eines Studiengangs Industriekultur wurde dort einer für Kulturmanagement installiert. Das nennt man dann wohl strategiefreies Agieren.