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Sommerprogramm der Stadt Metz
Metz macht die Sommernächte zum Tag

Am Moselufer wird es abends bunt. Die Farben der leuchtenden Boote können die Besucher selbst verändern.
Am Moselufer wird es abends bunt. Die Farben der leuchtenden Boote können die Besucher selbst verändern. FOTO: Ville de Metz / Sean Deckert
Metz. Das Sommerprogramm der lothringischen Stadt enthält rund 500 Veranstaltungen. Los geht’s am 28. Juni. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Drei Monate lang macht die Stadt Metz die Nacht zum Tag. Im vergangenen Jahr hatte die erste Auflage des Sommerprogramms „Constellations“, das vor allem aus Lichtanimationen und digitaler Kunst besteht, über den Sommer rund 600 000 Besucher zu den 400 Veranstaltungen in die Stadt gelockt. Dieses Jahr will Kulturdezernent Hacène Lekadir noch eine Schippe darauf legen. Vom Zentrum bis zu den Gärten Jean-Marie Pelt hinter dem Centre Pompidou sind 500 Veranstaltungen an 60 Standorten geplant.



Wenn der Tag ausklingt und es draußen dunkel wird, wird die Fassade der berühmten Metzer Kathedrale zum Leben erweckt. Wie im vergangenen Jahr hat der Künstler Yann Nguema mittels einer von ihm konzipierten Software eine Video-Projektion unter dem Titel „Alter Lux Animae“ entwickelt. Hierfür wurden die 2500 Steine der Kathedrale nachgezeichnet, damit die Motive der Animation mit dem Denkmal verschmelzen. In der gesamten Innenstadt können die Besucher ähnliche, wenn auch vom Umfang kleinere, Lichtinstallationen entdecken, die zum Beispiel an den Fassaden einzelner Häuser realisiert werden. Auch die Mosel haben die Kreativen in diesem Sommer vereinnahmt. Zum Beispiel vom Künstlerkollektiv Aether & Hemera, das dutzende leuchtende Papierboote auf dem Wasser in Szene setzen wird. Dabei handelt es sich um ein interaktives Kunstwerk: mit ihrem Smartphone können die Besucher die Farbe der Boote ändern und gemeinsam ihr eigenes Lichtbild auf dem Wasser entstehen lassen.

Rund um das neue Einkaufzentrum Muse und das Viertel „Amphithéâtre“ stellen Street-Art-Künstler großformatige und bunte Werke aus. So will zum Beispiel die französisch-marokkanische bildende Künstlerin Chourouk Hriech auf sieben Säulen verschiedene Ecken von Metz schwarz-weiß nachzeichnen – eine allerdings eher poetische abstrakte Darstellung, wer alle Orte erkennen will, muss genau hinschauen. Durch die Gärten und Parks der Stadt führt ein sechs Kilometer langer Parcours, der auch für Radfahrer gut geeignet ist. Auf den grünen Flächen werden zwölf Kunstinstallationen aufgebaut, hier geht es vor allem um zeitgenössische Kunst. Dem deutschen Stahlbildhauer Robert Schad wurde ein eigener Parcours gewidmet. 22 seiner Werke können die Besucher zwischen der Innenstadt und dem Viertel um das Centre Pompidou bestaunen. Zugleich ist Schads Schaffen das Thema einer grenzüberschreitenden Ausstellung zwischen Metz und Saarlouis.



Auch musikalisch haben die Sommerabende in der lothringischen Hauptstadt einiges zu bieten. Von Klassik über Electro bis zur italienischen Volksmusik sind Dutzende Konzerte in der Stadt geplant. Darüber hinaus schafft das Programm viel Raum für Straßentheater und Bühnenkünstler. Zu Gast ist übrigens auch die Compagnie Carabosse, die bereits 2014 im Rahmen des Festivals Perspectives den Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken mit einer Feuerinstallation in ein Lichtermeer verwandelte. Wer das Sommerprogramm noch nutzen möchte, um seine Französischkenntnisse zu pflegen, hat jeden Mittwoch beim Open-Air-Kino die Gelegenheit dazu, das jede Woche an einem anderen Platz in Metz stattfindet.

Der Sommerprogramm findet vom 28. Juni bis 16. September statt. Alle Infos im Internet unter www.constellations-metz.fr

Die Metzer Innenstadt wird zur großen Leinwand.
Die Metzer Innenstadt wird zur großen Leinwand. FOTO: Ville de Metz / Julien Nonnon