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Saarland
Filmemacher Georg Bense wird 80

Der saarländische Filmautor Georg Bense
Der saarländische Filmautor Georg Bense FOTO: Georg Bense
Saarbrücken. Von Oliver Schwambach
Oliver Schwambach

Das versendet sich, heißt es beim Radio, heißt es im Fernsehen: Schnelligkeit wie eben auch Flüchtigkeit machen die Janus-Köpfigkeit elektronischer Medien aus. Georg Benses Filme aber für ARD und ZDF, vor allem für seinen Heimatsender, den Saarländischen Rundfunk, haben sich niemals versendet. Denn die Reisefeatures und die Kultur-Reportagen über Kafka wie über saarländische Maler des heute auf den Tag 80-Jährigen waren bei der Erstausstrahlung schon, als das Tempo im TV noch nicht auf Dauer-Presto gedreht war, herrlich unzeitgemäß. Der in Köln geborene Bense ist nämlich ein bedachter Erzähler mit der Kamera; das Bild gilt ihm gleich viel wie das Wort. Und selbst wenn es ihn etwa in Frankreich, wo er häufig drehte, in die Provinz zog, zeichnete stets Weltläufigkeit seine Beiträge aus. Sein Blick für das Wesentliche auch im Detail besticht, er beherrscht die Kunst, dem Bedeutsamen nachzuspüren – und dabei doch auch zu unterhalten.



Wenn es denn stimmt, dass Talente gern mal  in einer Familie verweilen, dann ist es bei den Benses der Sinn für Sprache, für Wortklang. Schon der Vater, Max Bense, war ein bedeutender Philosoph, Sprachtheoretiker und Autor. Auch Georg Bense hat geschrieben, früh schon Kurzgeschichten und immer wieder auch als Journalist. Für die Saarbrücker Zeitung hat er so  immer wieder Exkurse in die nahe Ferne unternommen, Lothringen und das Elsass neu entdecken gelehrt. Und dann ein schönes Buch daraus gemacht. Heute feiert Georg Bense seinen 80. Geburtstag, ob hier oder in der zweiten Heimat, der Bretagne, das wird nicht verraten. Aber eines wünschen wir uns von ihm zum 80.: Dass er das Geschichten erzählen bitte nicht aufgibt.