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Ehr Kìnner, gehn erìn grèische!

Hildegard Meiser schreibt, dass der Feldsalat in Neunkirchen als "Mausehrscher" (Mausöhrchen) bekannt sei. Auch von Adelinde Wolff aus Werschweiler/Ostertal sowie von Elfriede Meier aus Ottweiler erfahren wir, dass sie für den Feldsalat nie das Mundartwort "Mauserche" gehört hätten, sondern ihn nur als "Mausehrsche" (Mausöhrchen) kennen.

Doris Reiter aus Saarbrücken-Dudweiler erinnert sich, dass ihre Großmutter, die in der Kaiserslauterner Gegend wohnte, diesen Salat mit einem Namen bezeichnete, der in ihren Ohren wie "Filläbscher" klang. Sie fragt, ob dieses Wort bekannt sei und was es bedeute. Antwort: Auch ich lernte in der Westpfalz dieses Wort kennen, in meinen Ohren klang es wie "Fillippscher", also wie die Verkleinerung des Namens Philipp. Als Kind machte ich mir weiter keine Gedanken darüber, erst als Erwachsene begann ich der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckte, dass meine "Fillippscher" nichts mit dem Bubennamen zu tun hatten, sondern "Vielläbbscher" (viele Läppchen) bedeuten sollten. Aber zurück zum "Mausehrsche"; bekanntlich heißt die Maus im Dialekt unserer lothringischen Nachbarn "Mus" und Mäuse sind "Mis". Dementsprechend wird der Feldsalat dort "Misehrche" genannt.

Albert Thomalla aus Oberthal greift das Wort "aangehn" (angehen) auf, das im Dialekt noch andere Bedeutungen habe als im Standarddeutschen. Wenn man in der Oberthaler Mundart sagt: "Der geht mich neischt aan" (wörtlich: Der geht mich nichts an), so kann das bedeuten, dass keine verwandtschaftliche oder andere persönliche Bindung zwischen ihm und mir besteht. Albert Thomalla erläutert diese Wendung durch zwei Beispiele: Ein geschiedener Mann, der sich nach der Scheidung nicht mehr an seine in Not geratene Ex gebunden fühlt, sagt: "Sie geht mich neischt mieh aan. Sòll selwert siehn, wie se daarkìmmt." (Sie geht mich nichts mehr an. Soll selbst sehen, wie sie zurechtkommt.) Ein Vater von elf Kindern soll beim Tod seiner Frau gesagt haben: "Ehr Kìnner, gehn erìn grèische, et ìs åuer Módder, mèich geht se jå mìt Håut ón Håår nèischt aan." (Ihr Kinder, geht hinein weinen, es ist eure Mutter, mich geht sie ja mit Haut und Haar nichts an.)

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