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Nikolaus in Mundart
Auch de Niggelòòs schwätzt Platt

Saarbrücken. Es ist ein Büchlein, das so recht in die Zeit passt. Zugleich blättert man es aber auch als Erinnerung an die Mundart-Autorin und Expertin Edith Braun auf. In puncto hiesiger Mundarten war sie die Instanz schlechthin. Manche zitterten gar vor ihrem bisweilen scharfen Urteil. Voriges Jahr ist sie gestorben, 95 Jahre alt, bis zuletzt voller Schaffenskraft. Dieses Buch aber, „Nikolaus und Himmelsgeiss“, das jetzt erschienen ist, konnte sie nicht mehr veröffentlichen. Das hat nun ihre Schriftsteller-Kollegin Karin Peter für sie übernommen. Dass Edith Braun für das Buch ohnehin einen Text ihrer Wadgasser Kollegin ausgewählt hatte, fügte sich da ideal. Von Oliver Schwambach
Oliver Schwambach

Es ist ein Büchlein, das so recht in die Zeit passt. Zugleich blättert man es aber auch als Erinnerung an die Mundart-Autorin und Expertin Edith Braun auf. In puncto hiesiger Mundarten war sie die Instanz schlechthin. Manche zitterten gar vor ihrem bisweilen scharfen Urteil. Voriges Jahr ist sie gestorben, 95 Jahre alt, bis zuletzt voller Schaffenskraft. Dieses Buch aber, „Nikolaus und Himmelsgeiss“, das jetzt erschienen ist, konnte sie nicht mehr veröffentlichen. Das hat nun ihre Schriftsteller-Kollegin Karin Peter für sie übernommen. Dass Edith Braun für das Buch ohnehin einen Text ihrer Wadgasser Kollegin ausgewählt hatte, fügte sich da ideal.



Im Zentrum des Bandes stehen typische Figuren der Vorweihnachtszeit wie der Nikolaus. Braun spürt ihm und seinen Helfern, aber auch Konkurrenten nach, geht dafür zurück zum Nikolaus von Myra, ein mildtätiger Abt, der im vierten Jahrhundert lebte und als historisches Vorbild des Nikolaus´ gilt. Dabei streift Braun regionale Bräuche und Mythen. All dies allerdings nur kursorisch. Der Reiz des knapp 100 Seiten schmalen Buches liegt eher darin, dass Braun das mit Mundart-Texten etwa von Marianne Haas-Heckel, Jean-Louis Kieffer und eben Karin Peter verwebt (deren Texte sind zum besseren Verständnis auch grob ins Hochdeutsche übertragen). Insbesondere Kieffers Polemik, „Papa Noël“, gegen die Werbefigur des Coca-Cola-Weihnachtsmanns bringt pointiertes Lesevergnügen. Nicht alle Texte erreichen aber dieses Niveau. Auch trüben das unstrukturierte Layout und die eher schlichten Illustrationen von Hilaria Ringwald die Lektüre. Trotzdem ist es ein Band, den man jetzt zur Weihnachtszeit gern in die Hand nimmt.

Edith Braun: „Nikolaus und Himmelsgeiss“, 96 Seiten, 9,80 Euro.