1. Saarland

Hauskrach bei der GEW wegen Kesslers Ja zu Jamaika

Hauskrach bei der GEW wegen Kesslers Ja zu Jamaika

Saarbrücken. Der Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus Kessler, gerät wegen seiner Zustimmung zu einer Jamaika-Koalition gewerkschaftsintern unter Druck. Das GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann sagte der SZ, bei einer Vorstandssitzung am Montagabend hätten sich die meisten Mitglieder von dem geplanten Bündnis distanziert

Saarbrücken. Der Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus Kessler, gerät wegen seiner Zustimmung zu einer Jamaika-Koalition gewerkschaftsintern unter Druck. Das GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann sagte der SZ, bei einer Vorstandssitzung am Montagabend hätten sich die meisten Mitglieder von dem geplanten Bündnis distanziert. Sie stellte zugleich klar, dass die GEW auch in Zukunft "nicht mit Ministerpräsident Peter Müller (CDU) auf Kuschelkurs geht". Kessler gehörte der Verhandlungsdelegation der Grünen bei den Sondierungen an und gilt als Aspirant auf das Amt des Bildungsministers in einer Jamaika-Koalition der Grünen mit CDU und FDP. Auf dem Landesparteitag der Grünen am Wochenende hatte er das Votum des Grünen-Vorstands für eine solche Koalition mitgetragen. Hoffmann sagte dazu der SZ, sie habe "erhebliche Zweifel an der Umsetzbarkeit der bildungspolitischen Ziele der Grünen in einer solchen Koalition". Was man bisher von den Vereinbarungen mit CDU und FDP zur Bildungspolitik erfahren habe, sei "zu dünn". Es reiche der GEW nicht aus, "die Grundschulen ein bisschen zu verlängern". Darüber hinaus sei nicht erkennbar, dass künftig mehr behinderte Kinder Regelschulen besuchen können. Dies werde an die Bedingung geknüpft, dass "das Kindeswohl nicht gefährdet wird", und genau dies sei Auslegungssache. Kessler sagte dazu der SZ, er sei "verwundert" darüber, dass hier Interna aus einer Vorstandssitzung an die Presse weitergegeben worden seien. Dies sei ihm gegenüber "ein Vertrauensbruch". Im Übrigen empfehle er abzuwarten, bis das Ergebnis der Verhandlungen vorliege, "ehe vorschnell Feststellungen getroffen werden, die vermutlich mit der Realität nichts zu tun haben werden". Kessler sagte: "Ich habe nicht für Jamaika gekämpft. Aber wenn es so kommt, werde ich alles dafür tun, um in dieser Konstellation möglichst viele grüne Inhalte umzusetzen." nof