Hausärzte an der Saar dringend gesucht

Droht Unterversorgung? : Hausärzte an der Saar dringend gesucht

Verschärft sich der Hausärztemangel im Saarland weiter? Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) warnt vor einer drohenden Unterversorgung.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) befürchtet, dass sich der Hausärztemangel im Saarland weiter verschärfen wird. Aktuell gebe es 40 freie Hausarzt-Stellen, die Zahl werde sich nach Einschätzung des KV-Vorsitzenden Gunter Hauptmann „tendenziell verdoppeln“.

Dafür verantwortlich sei auch eine bevorstehende neue Bedarfsplanung, die die Verhältniszahlen zwischen Patienten und Ärzten verändert. „Das heißt, der Hausärztemangel wird noch drastischer, auch wenn die Zahl der Hausärzte bleibt“, so der stellvertretende KV-Vorsitzende Joachim Meiser am Mittwochabend vor Journalisten in Saarbrücken. Konsequenz sei eine drohende Unterversorgung, die nur durch entsprechende Fördermaßnahmen aufgefangen werden könne.

Von den 670 Hausärzten im Saarland seien über 18 Prozent älter als 65 Jahre, „teilweise etliche über 70“, so Meiser. Im Durchschnitt seien die Ärzte, die ihre Praxis aufgeben, 63. In den nächsten fünf Jahren rechne man damit, dass 50 Hausärzte ihre Tätigkeit beenden. Die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich schwierig. Hier setzt die KV auch auf die Kommunen. „Wir starten eine Tour durch die Gemeinden, um die Bürgermeister zu sensibilisieren“, kündigte Meiser an. Nachdem er im vergangenen Jahr noch beklagt hatte, dass viele den bevorstehenden Hausärztemangel unterschätzten und Desinteresse vorherrsche, seien viele Bürgermeister jetzt offenbar „wacher geworden“. Schützenhilfe könnten Kommunen etwa geben, indem sie Hausärzten bei der Suche nach Räumlichkeiten, Kita-Plätzen oder Arbeitsplätzen für die Partner helfen.

Stellvertretender Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Joachim Meiser. Foto: Meiser. Foto: Meiser

Die Saar-Grünen pochen auf ein Versorgungskonzept für den ländlichen Raum im Saarland. In einer Mitteilung des Landesverbands fordert Grünen-Landeschef Markus Tressel „neue Versorgungsformen wie auch stärkere Anreize für die Versorgung im ländlichen Raum“. Möglich seien etwa „lokale Gesundheitsversorgungszentren und flexiblere Versorgungsformen, wie etwa mobile Praxisteams oder Fahrdienste zu Arztbesuchen“. Auch die Kommunen könnten die Versorgung aus der Sicht Tressels verbessern, indem sie Praxisräume bereitstellen oder Anschubfinanzierung bei der Niederlassung gewähren.

(dpa)
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