Hartmann muss ganz cool bleiben

Hartmann muss ganz cool bleiben

Genau 74 Tage sind die Jamaikaner in Amt und Würden, doch so richtig Tritt gefasst haben die ungleichen Koalitionäre noch immer nicht. Aufbruchstimmung sieht anders aus. Die Probleme von gestern bleiben die Herkules-Aufgaben von morgen - die desolaten Finanzen vorne weg. Zum Jahresende dürfte der Schuldenberg auf "stolze" elf Milliarden Euro angewachsen sein

Genau 74 Tage sind die Jamaikaner in Amt und Würden, doch so richtig Tritt gefasst haben die ungleichen Koalitionäre noch immer nicht. Aufbruchstimmung sieht anders aus. Die Probleme von gestern bleiben die Herkules-Aufgaben von morgen - die desolaten Finanzen vorne weg. Zum Jahresende dürfte der Schuldenberg auf "stolze" elf Milliarden Euro angewachsen sein. Und wenn im kommenden Jahr erstmals die Schuldenbremse ihr Recht verlangt, wird die finanzielle Luft für den Patienten Saarland noch dünner. In dieser Woche haben sich auch die langen Schatten der Gondwana-Dinos auf die Regierung gelegt. Damit die Urzeit-Viecher das Land nicht verlassen, muss Christoph Hartmann jetzt ganz cool bleiben und den verärgerten Investor Kuhl besänftigen. Als Oppositioneller schimpfte der FDP-Obere, im Vergleich zum Gondwana-Projekt sei "der Steinkohlebergbau eine günstige Veranstaltung". Ja, Politik kann schmerzhaft sein. SPD und Linke erörtern derweil, ob sie gleich zwei Untersuchungs-Ausschüsse einrichten sollen. Die Linke drängt in Sachen Ostermann. Es könne nicht sein, dass mit Hinweis auf das Steuergeheimnis der Steuervollzug der parlamentarischen Kontrolle entzogen ist. Die Maas-Truppe ist noch skeptisch, ob die juristischen Mittel eines U-Ausschusses ausreichen, Licht in die Angelegenheit Ostermann zu bringen. Bei den Gondwana-Dinos dürfte dies einfacher sein.

Mehr von Saarbrücker Zeitung